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Ostholstein Fehmarn: Was tun gegen soziale Brennpunkte?
Lokales Ostholstein Fehmarn: Was tun gegen soziale Brennpunkte?
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20:10 30.08.2018
Die abseits gelegene Halfpipe-Anlage in Burg lockt nicht nur jugendliche Skater an, die hier ihr Können ausprobieren wollen. Quelle: Foto: Schwennsen
Burg a. F

Im Kinder- und Jugendparlament Fehmarn nahm das brisante Thema Mittwochabend breiten Raum ein. Denn eigentlich sieht man sich auf einem Erfolgsweg: Mit finanzieller Unterstützung durch die Aktiv-Region Wagrien- Fehmarn soll die bestehende Halfpipe-Anlage noch in diesem Jahr für rund 200000 Euro modernisiert und aufgewertet werden. Da passt es nicht gut, in die Negativschlagzeilen zu geraten. „Wir sind auch der falsche Ansprechpartner“, betonte Vorsitzender Jannis Osterkamp. Zuvor waren am Rande einer Stadtvertretersitzung im Juli öffentlich vehemente Klagen über diesen Brennpunkt laut geworden (die LN berichteten).

„Wir müssen einen Maßnahmenkatalog schnüren.Michael Likus Inseljugendpfleger Fehmarn

Likus griff jetzt in die Debatte ein und kündigte noch vor den Herbstferien eine Arbeitssitzung zu dem anhaltenden Problem an. Beteiligt werden sollen die für die Jugendarbeit und -hilfe zuständigen Gremien bei der Stadt Fehmarn und dem Kreis Ostholstein, aber auch die Polizei sowie die Schulen.

Und darum geht es: Teilweise sollen sogar Kinder mit ihren Eltern am helllichten Tag an der Anlage reichlich Alkohol getrunken haben. Zersplitterte leere Flaschen stellten, wie Bürgermeister Jörg Weber (SPD) bereits vor Wochen warnte, eine erhebliche Gefährdung für die nahegelegenen Sportanlagen des SV Fehmarn oder der Inselschule dar.

Doch die abseits gelegene und schlecht einsehbare Skateranlage ist nicht der einzige Brennpunkt auf der Insel. Vom Vandalismus betroffen seien laut Likus ferner Schulen, der Südstrand in Burgtiefe oder erst kürzlich das Burger Rathaus. „Wir müssen einen Maßnahmenkatalog schnüren, um schnell und nachhaltig helfen zu können. Es hilft nicht, nur den Brennpunkt zu verlagern“, sagte Likus.

Daraufhin plädierten Jannis Osterkamp und Yvonne Hoffmann aus dem Kinder- und Jugendparlament dafür, Likus im Jugendcafé zu entlasten, damit er als Jugendpfleger mehr Arbeit auf der Straße leisten könne. „Diese Rieseaufgabe kann einer allein nicht stemmen“, erinnerte Yvonne Hoffmann an Versprechungen der Parteien während des zurückliegenden Wahlkampfes.

Likus räumte ein, als einzige hauptamtliche Kraft oft „allein auf weiter Flur zu stehen“. Zudem widersprach er aber einem Gerücht auf Fehmarn, er sei von „Problem-Jugendlichen“ sogar bedroht worden.

„Ich bin nie bedroht worden, jedenfalls nicht auf Fehmarn“, erklärte er wörtlich.

Deutlich mahnte Likus: „Die Gruppe, um die es hier geht, ist bekannt in der Stadt.“ Doch Jugendhilfe nach dem „Gießkannenprinzip“ könne dabei nur wenig ausrichten. Er bedauerte, dass eine nachhaltige Arbeit mit dieser Problemgruppe nicht stattfinde. Likus wünschte sich daher von den politischen Gremien der Stadt Fehmarn Entscheidungen, die es erlaubten, das Personal der Jugendhilfe auf der Insel aufzustocken. Likus: „Die werden aber sicherlich nicht immer gratis sein.“

An der Diskussion nahmen zahlreiche Stadtvertreter und bürgerliche Mitglieder aus den Fraktionen in der Stadtvertretung teil.

Von Gerd-J. Schwennsen

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