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Ostholstein „Fehmarn gegen Rechts“ kämpft für tolerantes Miteinander
Lokales Ostholstein „Fehmarn gegen Rechts“ kämpft für tolerantes Miteinander
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20:20 09.03.2016

Der Gründungstag war ganz bewusst gewählt. Am 9. März 1933 verhinderte der damalige Bürgermeister Claus Lafrenz, dass die Hakenkreuzfahne am Burger Rathaus gehisst wird. Auf den Tag genau 83 Jahre später formierte sich gestern Mittag auf der Rathaustreppe die neue Initiative „Fehmarn gegen Rechts“.

Historischer Gründungstag von „Fehmarn gegen Rechts“ an der Claus-Lafrenz-Gedenktafel am Burger Rathaus: Jörg Josef und Korina Wohlmann, Martina Wieske und Wolfgang Muss (v. l.). Quelle: Fotos: Schwennsen

„Claus Lafrenz sollte gera-

de heute als Vorbild dienen.“Jörg Josef Wohlmann

Ihr Leitspruch ist klar umrissen. „Wir wollen eintreten für ein breites Netz gegen Gewalt, Menschenhass und für ein tolerantes Miteinander aller Kulturen“, betonen Jörg Josef Wohlmann und seine drei Mitstreiter. Der Dänschendorfer hat lange Jahre aktiv auf Orts- und Kreisebene für die SPD in Rheinland-Pfalz gewirkt und ist Träger der „Willy-Brandt-Medaille“. Inzwischen ist er auf Fehmarn gelandet — und glaubt nicht als Einziger, dass er Zeit ist, ein starkes Zeichen zu setzen. Als Schirmherr konnte bereits Bürgermeister Jörg Weber (SPD) gewonnen werden.

„Wir finden es beschämend, wie ein Sammelbecken von Rechtspopulisten wie Pegida und AfD es schafft, Verunsicherung und Angst unter der Bevölkerung zu verbreiten“, heißt es in ihrem Aufruf. Trotzig und selbstbewusst stellen sie dem entgegen: „Hier auf Fehmarn lassen wir menschenverachtende und mit Hass vergiftete Stimmung erst gar nicht aufkommen.“

Im Gegenteil: „ Wir lassen uns unsere Weltoffenheit nicht kaputt machen. Wir sind und bleiben eine tolerante und menschenfreundliche Insel“, lautet ihre Devise. Die SPD Fehmarn, die die Initiative trägt, möchte daher mit vielen Gruppen, Firmen, Einzelpersonen, politischen Parteien, Fraktionen sowie Vereinen ein breites Netz bilden und sie unter dem Motto „Fehmarn gegen Rechts“ vereinen.

Als mahnendes Beispiel, aber auch als Hoffnung für Zivilcourage, dient der Fall Claus Lafrenz. An ihn erinnert seit gut einem Jahr eine Gedenktafel am Burger Rathaus. Wohlmann: „Die Nazis waren vor dem Rathaus aufmarschiert und wollten Lafrenz damit einschüchtern. Diesem Mann gebührt eine Würdigung für seine aufrechte Haltung. Lafrenz hatte eine korrekte Dienstauffassung, und seine staatsbürgerliche Zivilcourage diente vielen Menschen als Vorbild.“

Deutliche Worte fanden gestern auch einige andere Mitstreiter. „Mich kotzt der braune Mob an“, erboste sich Wolfgang Muss — und rief dazu auf, „nicht wegzusehen“. Oder Martina Wieske: „Unsere Kinder sollen in einem freiem Land ohne Einschüchterung aufwachsen.“

Einige erinnern sich, dass DVU, NPD und Republikaner in den 90er Jahren auf Fehmarn bei Wahlen teils beachtlich abschnitten. Und heute? Wohlmann: „Viele Demokraten bleiben einfach sitzen und gucken, was die Radikalen machen. Wir wollen agieren, nicht reagieren.“ Die Initiative wünscht sich eine eindrucksvolle Demo auf dem Burger Marktplatz, um Haltung gegen Rechts zu zeigen (Kontakt:

creative-wohlmann@web.de).

Von Gerd-J. Schwennsen

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