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Ostholstein Fehmarn im Festival-Fieber: Droht der Insel der Verkehrskollaps?
Lokales Ostholstein Fehmarn im Festival-Fieber: Droht der Insel der Verkehrskollaps?
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21:05 21.06.2016
Mit dem VW-Bus nach Fehmarn: Beim Bulli-Festival in Burgtiefe dreht sich alles um das Kultauto der 1970er Jahre. Quelle: Philipp Schreyer

Mehr als 1000 kultige Bullis erobern ab morgen für vier Tage die Sonneninsel. Zeitgleich kommen Hunderte Pkw-Gespanne mit Leistungspferden über den Sund.

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Nicht zu vergessen die vielen Zuschauer – und Badegäste. Fehmarn steht vor einem Super-Wochenende, ist ab Donnerstag im Festival-Fieber. Für Tourismusdirektor Oliver Behncke ist das eine gute Generalprobe für das eigentliche Mega-Event des Jahres. Vom 26. August bis 4. September erwartet er beim Kitesurf World Cup in Burgtiefe sogar bis zu 150 000 Besucher.

Vielen wird bange, ob Fehmarn allein in dieser Woche die Doppelbelastung auch verkraftet. Oder droht ein Verkehrsinfarkt? Der erste Aha-Effekt bei Behncke bei seinem Dienstantritt im August 2015 lautete: „Fehmarn ist eine Festivalinsel.“ Jetzt steht er vor seiner ersten Festival-Herausforderung.

Vier Tage Midsummer Bulli-Festival am Burger Südstrand, gleichzeitig vier Tage Fehmarn-Pferde-Festival in gut einem Kilometer Entfernung auf dem Burger Turnierplatz des Fehmarnschen Ringreitervereines. Hier ein noch junges Festival in dritter Auflage, dort ein Traditionswettbewerb mit namhaften Reitern.

Doch Behncke ist zuversichtlich: „Das verkraftet die Insel.“ Denn die beiden Festivals sprechen ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Schon einmal habe das reibungslos funktioniert, so Behncke. Dabei sind die Größenordnungen beachtlich: Mindestens 25 000 Besucher werden beim Bulli-Festival erwartet, mit rund 5000 Besuchern rechnet Hinrich Köhlbrandt, Vorsitzender des Fehmarnschen Ringreitervereines, beim Pferde-Festival.

Dagegen hält Behncke einen großen Pluspunkt: „Fehmarn ist eine Flächenstadt – dort verteilen sich die Festivalteilnehmer und Urlauber auf 185 Quadratmeter Insel.“

Weil das Beach-Camp in Burgtiefe mit 800 Bullis schon seit langem ausgebucht ist, weichen viele Bulli-Fahrer auf die naheliegenden Campingplätze aus. Aber: Sie reisen dann auch eigens täglich zum Festivalgelände an. Verkehrsengpässe von und nach Burgtiefe sind nicht ausgeschlossen. Vor allem Sonnabend: Gegen 12 Uhr starten etwa 300 Bullis auf ihren Konvoi über die Insel. Und irgendwann kehren sie auch wieder zurück.

Natürlich wünscht sich Behncke eine bessere Verteilung der Events. Doch nicht immer könne man am oft überregionalen Terminkalender rütteln. Wenn Ende August die Kite-Surfer kommen, wiederholt sich nämlich das Spiel – sogar in verschärfter Form. Am ersten Kitesurf-Wochenende steuern gleichzeitig Hunderte Harley-Fahrer die Burger Innenstadt zu den „Fehmarn Days of American Bikes“ an. Weil die Innenstadt dann für Autos gesperrt ist, bastelt Behncke mit allen Verantwortlichen eigens an einem Verkehrskonzept. Die Kitesurf-Besucher sollen über die B 207 bei Blieschendorf in Richtung Burgtiefe geführt werden.

„Wir betreten mit diesem Veranstaltungs-Flaggschiff Neuland“, räumt Behncke ein. Klar ist: Die rund 1400 öffentlichen Parkplätze in Burgtiefe reichen dann bei weitem nicht aus. Verhandelt wird über eine Fläche hinter Neue Tiefe, die bis zu 4000 Parkplätze zulässt. Behncke: „Von dort aus sind die Besucher rund zehn Minuten zu Fuß unterwegs. Aber in St.Peter-Ording, wo der Kitesurf World Cup bisher stattfand, mussten sie noch größere Strecken zurücklegen.“

 Gerd-J. Schwennsen

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