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Ostholstein Fehmarn will Fairtrade-Insel werden
Lokales Ostholstein Fehmarn will Fairtrade-Insel werden
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07:47 26.10.2017
Die Auswahl an Produkten aus fairem Handel nimmt zu – und auch das Angebot. Quelle: LN-Archiv

Der entscheidende Impuls kam ausgerechnet auf einer Nordseeinsel. Peter Mester (58), Unternehmer aus Burg und seit Jahren im Umwelt- und Naturschutz aktiv, erlebte ihn auf einem Seminar auf Langeoog. „Fair gehandelte Waren stießen dort bei den Insulanern wie den Gästen ganz selbstverständlich auf starken Zuspruch“, berichtet er.

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Kaffee, Bananen oder andere Produkte aus der Dritten Welt: Immer mehr Menschen ist es wichtig, dass solche Produkte zu fairen Bedingungen geerntet, exportiert oder verkauft werden. Fehmarn will als erste Ostseeinsel weltweiten „Fairtrade Towns“- Kampagne beitreten.

Fairtrade Town

2000 startete die weltweite Kampagne in Großbritannien.

17 Länder machen inzwischen mit, seit 2008 auch Deutschland.

Markus Schwarz in Heide (Kontakt: markus. schwarz@bei-sh.org) ist für SH zuständig.

Stadtvertretung stimmte dafür

Danach ging alles ganz schnell. Mester fand bei Beate Burow vom Umweltrat Fehmarn offene Ohren. Auf der September-Sitzung gab es schon grünes Licht, wenige Tage später auch in der Stadtvertretung Fehmarn. Nicht einstimmig. Aber schon damit ist ein wesentliches Ziel erreicht: dass immer mehr Menschen sich ernsthaft Gedanken machen, woher Tee, Zucker, Kakao oder Orangensaft, die bei ihnen ganz selbstverständlich am Tisch serviert werden, eigentlich kommen. Und die dabei sogar über den richtigen Weg diskutieren.

„Faitrade kann zum Aushängeschild für eine Urlaubsinsel werden“, betont Mester. Andere gehen schon voran: Allein in Schleswig-Holstein machen bereits 17 Kommunen mit, darunter Lübeck, Kiel, Eutin oder Stockelsdorf. Mester: „Auf der Landesgartenschau wurde nur ,Fairtrade’-Kaffee ausgeschenkt.“ Kürzlich fand ein Landestreffen in Eckernförde statt, an der auch weitere Kommunen teilnahmen, die auf dem Sprung sind.

Fünf Kriterien müssen erfüllt sein

Um als „Fairtrade Town“ anerkannt zu werden, müssen fünf Kriterien erfüllt sein. Sie stellen bewusst keine riesig großen Hürden dar. Der Titel wird immer für zwei Jahre vergeben und danach überprüft.

Weil Fehmarn gut vorangekommen ist, hält Mester eine Bewerbung noch im November für realistisch. Die zu erfüllenden Kriterien im Einzelnen:

• Erstens: Der Stadtvertreterbeschluss liegt bereits vor (13 Ja-, vier Nein-Stimmen, vier Enthaltungen). Im Hauptausschuss wurden im Oktober erstmals Kaffee und Kekse aus fairem Handel gereicht.

• Zweitens: Mit Mester, Burow und Bernd Asbahr läuft bereits eine lokale Steuerungsgruppe. Sie soll noch aufgestockt werden.

• Drittens: Abhängig von der Einwohnerzahl muss es in mindestens vier Einzelhandelsgeschäften und zwei Restaurants/Cafés Fairtrade- Produkte geben. Bei den Märkten ist das schon mehr als erfüllt.

• Viertens: Auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen oder Kirchen sollen Fairtrade- Produkte verwendet werden. Hieran arbeitet die Steuerungsgruppe, zurzeit sind Herbstferien.

• Und fünftens die Präsenz in der Öffentlichkeit: „Auch die LN-Leser tragen mit der heutigen Lektüre dazu bei“, so Mester.

 Gerd.-J. Schwennsen

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