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Ostholstein Fehmarns FDP in Jubiläumslaune
Lokales Ostholstein Fehmarns FDP in Jubiläumslaune
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23:21 20.11.2017
Jubiläumsgast: Fehmarns Ortsvorsitzender Peter Meyer (rechts) begrüßt den Kieler Sozial- und Gesundheitsminister Heiner Garg. Quelle: Foto: Schwennsen
Burg a. F

In Jubiläumslaune präsentierten sich daher im Burger „Hotel Wisser“ die örtliche FDP und der stark vertretene Kreisverband. Dabei haben die Liberalen auf Fehmarn mit gerade mal neun Mitgliedern noch nicht einmal die Mindestzahl der Kandidaten für die Kommunalwahlen 2018 erreicht.

Garg warb deshalb dafür, noch mehr junge Menschen für die Liberalen zu begeistern. Gleichzeitig würdigte er den Ortsvorsitzenden Meyer für „unglaublich viel Engagement und Herzblut sowie bärenstarke Menschennähe“.

Meyer selbst resümierte das vergangene Jahrzehnt. „Von den Gründungsmitgliedern ist heute leider keiner da“, erinnerte er an die anfänglichen Zweifel im November 2007. Er selbst war damals zwar anwesend, aber noch kein Mitglied. Mehrfach habe es zuvor schon Versuche einer Wiedergründung gegeben. Immerhin hatte die FDP in den 50er bis 70er Jahren in Westfehmarn eine starke Rolle gespielt und sogar fünf Jahre den Bürgermeister gestellt.

Schon 2008 gelang der FDP der sofortige Sprung in die Stadtvertretung – mit einem Mandat. Diesen Erfolg konnte sie 2013 wiederholen. Aber die Spannungen waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu übersehen.

„Ich brauche die Partei nicht für meine gute Arbeit“, zitierte er Ex-Stadtvertreterin Christiane Dittmer, ohne sie beim Namen zu nennen. Mit ihrem Austritt aus der FDP und späterem Eintritt in die CDU gab es eine Zäsur.

Meyer: „Sie ging mit einem Sitz der FDP in die CDU. Wir waren damit außerparlamentarische Opposition wie die Bundes-FDP.“ Trotzdem sei die FDP nicht verstummt. Er selbst habe immer wieder zu Beginn öffentlicher Sitzungen das Wort ergriffen und sich dadurch gar den inoffiziellen Titel „Mister Einwohnerfragestunde“ erworben. Meyer: „Das ist gelebte Demokratie.“ Bei den Kommunalwahlen 2018 wolle die FDP versuche, auch mit neuen Kräften wieder ins Stadtparlament zurückzukehren.

Am Rande der Jubiläumsveranstaltung erlebten die Insulaner dann sogar einen Hauch von Jamaika. Denn gut 30 Stunden vor dem FDP-Ausstieg in Berlin lauschten sie gebannt Heiner Garg. Der legte sich mächtig ins Zeug, sprach vom „Riesenprivileg“ und einer „unglaublichen Herausforderung“, am Zustandekommen einer neuen Bundesregierung beteiligt zu sein. Aber es gab auch schon kritische Töne. Die mehrwöchige Funkstille bis zur Niedersachsen-Wahl stufte Garg als „ziemlich dämlich“ ein, ebenso die gescheiterte Berliner Strategie, „von leicht nach schwer zu verhandeln“. Leider fehle in Berlin das „Grundvertrauen“, das die Kieler Koalitionsverhandlungen beflügelt habe.

 Von Gerd-J. Schwennsen

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