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Ostholstein Fehmarns Kinder und Jugendliche haben schon gewählt
Lokales Ostholstein Fehmarns Kinder und Jugendliche haben schon gewählt
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21:15 14.09.2013
Spannende Auszählung im Burger Jugendcafé: Erst danach verkündete Jugendpfleger Michael Likus (2.v.l.) das Ergebnis. Quelle: Foto: Schwennsen

Sie hatten nur eine Woche Vorlauf. Und verbuchten trotzdem mit 51,9 Prozent eine weitaus höhere Wahlbeteiligung als die Stadt Fehmarn im Mai bei den Kommunalwahlen.

Die spontane Idee von Inseljugendpfleger Michael Likus und den beiden Praktikantinnen Lisa-Sue Laege (21) und Laura Beine (22) vom Burger Jugendcafé, sich an der bundesweiten „U 18 Wahl“ zu beteiligen, entpuppte sich als Volltreffer.

Die „Wahlurne Fehmarn“ füllte sich ansehnlich — zumal an der Inselschule einige Klassenverbände geschlossen mitmachten. Angesprochen waren alle Mädchen und Jungen ab der fünften Klasse, aus der Oberstufe aber natürlich nicht die volljährigen Schüler.

Spannung pur dann am „Wahlabend“ im Jugendcafé: Pünktlich um 18 Uhr schloss Freitagabend die dortige Wahlurne für die simulierte Bundestagswahl — und die Auszählung der 431 abgegebenen Stimmen (von 830 Wahlberechtigten) begann. Unter strengen Bedingungen, um die Grundzüge einer funktionierenden Demokratie wirkungsvoll zu demonstrieren. Wechselnde „Wahlhelfer“ zählten nach, bis das Ergebnis bei den Zweitstimmen offiziell feststand.

Mit einigen Überraschungen: Klarer Wahlsieger auf Fehmarn wurde bei den Insel-Jugendlichen die CDU mit 36,7 Prozent, auf der Landesliste angeführt von Dr. Johann Wadephul. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Dr. Ernst Dieter Rossmann (vor Bettina Hagedorn) landete mit 19,3 Prozent deutlich geschlagen auf Platz zwei. Dahinter rangierten die Grünen mit immerhin 12,8 Prozent.

Es folgten zwei Parteien, die auf Fehmarn klar über ihrem Bundestrend abschnitten: die Piratenpartei mit 10,4 Prozent und die Tierschutzpartei mit 7,7 Prozent — beide noch vor der FDP von Wolfgang Kubicki mit 5,8 Prozent. Die anderen sechs Parteien landeten unter „ferner liefen“ — darunter die NPD mit neun Stimmen (= 2,1 Prozent). Dabei signalisiert ein Türaufkleber im Burger Jugendcafé

deutlich: „Kein Ort für Neonazis auf Fehmarn“.

Einen Schlagabtausch der ostholsteinischen Direktkandidaten gab es nicht. Also kein Zweikampf zwischen Ingo Gädechens (CDU) und Bettina Hagedorn (SPD). „Auf die Erststimmen haben wir verzichtet, das hätten wir so kurzfristig nicht mehr geschafft“, so Likus.

In der inhaltlichen Auseinandersetzung konzentrierten sich die Jugendlichen daher auf überregionale Fragen — und die Antworten der Parteien hierauf. Das Spektrum reichte von der möglichen Senkung des Wahlalters bis zur Diskussion um eine Legalisierung weicher Drogen. Das gut aufbereitete Info-Material sprach, so Lisa-Sue Laege, die Jugendlichen an — anders als eine Bundestagsdebatte.

Hintergrund
1996 wurde die „U 18-Wahl“ in Berlin gestartet. Sie ist heute zu der größten politischen Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland herangewachsen.

15 Wahllokale in Schleswig-Holstein machten mit, darunter Fehmarn als einziger Ort in Ostholstein. Ferner beteiligten sich Kiel und andere Städte (Lübeck aber nicht) sowie Glinde in Stormarn. Bundesweit gab es 1512 Wahllokale, die meisten in Berlin. Weitere Infos: www.u18.org

Gerd-J. Schwennsen

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