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Ostholstein Fehmarns SPD rechnet mit Abtrünnigen ab
Lokales Ostholstein Fehmarns SPD rechnet mit Abtrünnigen ab
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21:15 09.03.2016

Vom strahlenden Wahlsieger 2013 sind sie binnen drei Jahren zur drittstärksten Kraft geschrumpft. Dabei stellen Fehmarns Sozialdemokraten mit Brigitte Brill nicht nur die Bürgervorsteherin. Obendrein konnten sie 2015 ihren Bürgermeisterkandidaten Jörg Weber durchsetzen. Doch ausgerechnet drei Ex-Genossen bilden als neue WUW-Fraktion (= Wir unternehmen was) in der 23-köpfigen Stadtvertretung inzwischen ein schmerzliches Gegengewicht.

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Vom strahlenden Wahlsieger 2013 sind sie binnen drei Jahren zur drittstärksten Kraft geschrumpft. Dabei stellen Fehmarns Sozialdemokraten mit Brigitte Brill nicht nur die Bürgervorsteherin.

Vorstandswahlen

Vorsitzender bleibt Andreas Herkommer. Stellvertreter sind: Heinz-Jürgen Fendt, Marianne Unger und — neu — Viktor zum Felde (früher CDU).

Schatzmeister bleibt Hans-Jürgen Moller (Vertreter Bernd Remling). Schriftführer: Inke Wessel (Wolfgang Muss). Gleichstellungsbeauftragte: Eva-Maria Breuker, stv. Organisationswart:

Martina Wieske. Dazu kommen elf Beisitzer.

„Nur fünf Mandate — das entspricht nicht dem Wahlergebnis, das wir hatten“, kommentierte Fraktionssprecher Heinz-Jürgen Fendt jetzt auf der Jahresversammlung. Sie fand in der ehemaligen SPD-Hochburg Landkirchen statt — wo sie einst sogar „bayerische“ Ergebnisse von 60 Prozent und mehr erzielt hat. Die ganz bösen Seitenhiebe gegen den politischen Gegner ersparte er seinen Zuhörern.

Fendt wählte einen anderen Weg und zollte Marianne Unger großen Respekt. Sie habe ihr Amt als 3. Bürgervorsteherin im Januar zurückgegeben — mit einer plausiblen Begründung angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse: „Mir steht das Amt nicht mehr zu.“ Dass ausgerechnet Ex-Genosse Hans-Peter Thomsen (WUW) ihr Nachfolger wurde, ist vielen Sozialdemokraten besonders bitter aufgestoßen. Bei seiner Wahl enthielt sich die SPD daher der Stimme.

Fendt hat als Fraktionssprecher ein schweres Amt angetreten. Dem verbliebenen Quintett sowie den bürgerlichen Mitgliedern attestierte er jedoch eine „sehr gute Stimmung“ in der Fraktion. Fendt: „Wir sind uns nicht immer einig, aber wir können unterscheiden zwischen der Person und der Sache.“

Einen vorläufigen Schlussstrich unter die Querelen der vergangenen Monate zog SPD-Ortsvorsitzender Andreas Herkommer. Er berichtete nur kurz über ein Ausschlussverfahren gegen Thomsen und Dr. Helmut Kettler, das inzwischen bei der Landesschiedskommission liege. Gegen Gunnar Mehnert hatte er es nicht mehr einleiten müssen: Denn der ist schon Ende 2014 aus der SPD ausgetreten, als er zeitgleich seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl gegen den SPD-Kandidaten Weber erklärte.

Herkommer nannte die drei Abtrünnigen nicht beim Namen. Statt dessen ging er in die Offensive: „Wir kämpfen dafür, 2018 wieder stärkste Fraktion zu werden.“ Dann läutete er die Vorstandswahlen ein.

Die meisten machen weiter — bis auf wenige Ausnahmen, auf die Herkommer gerne verzichtete. Sie stammten noch aus der Ära seines Vorgängers Thomsen, der bis Anfang 2015 Ortsvorsitzender war.

Kämpferisch gaben sich zwei langgediente Mitglieder. Erst hielt Ehrenvorsitzender Uwe Hardt die Laudatio auf Günter Ramp für 50 Jahre in der SPD. Dann zauberte er die Uralt-Erstausgabe der Schrift „Fehmarn kritisch“ von 1971 hervor: „Damals gab es in der Stadtvertretung noch ganz heftige Debatten, aber auch Flügelkämpfe in der SPD. Und die CDU warf uns vor, wir seien ,vaterlandslose Gesellen‘.“ Ramp selbst nannte die Abtrünnigen „drei Verräter“.

Von Gerd-J. Schwennsen

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