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Ostholstein Feridun Zaimoglu und die Frauen: Autor zeigt seine Bilder auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Feridun Zaimoglu und die Frauen: Autor zeigt seine Bilder auf Fehmarn
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22:39 05.08.2017
Viele der Werke stehen sehr tief auf einem Sockel. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter
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Presen a. F

Eine Zigarette noch und schon geht es los geht.In dem kleinen Dorf gibt es das „Atelier 7 art“ von Petra Herrmann. Es ist das letzte vor Dänemark. Die Werke Zaimoglus zeigen Frauengestalten. Keine von ihnen lächelt.

 

Feridun Zaimoglu und Imke Ehler tauschen sich über eines der Bilder aus.

Kunsthistorikerin Imke Ehler vom Kirchner-Verein ist mit Feridun Zaimoglu befreundet. Ihr ist es zu verdanken, dass der 53-Jährige Freitagabend im Senator-Thomsen-Haus in Burg vorlas. „Es war ein voller Erfolg. 50 bis 60 Besucher waren da“, sagt sie. Auch ist es Ehler zu verdanken, dass der Mann, der einst mit dem Buch „Kanak Sprak – 24 Mißtöne vom Rande der Gesellschaft“ für Aufsehen sorgte, 29 Werke ausstellt.

Welches Papier Zaimoglu nutzt, will er nicht verraten. Doch wortkarg ist er nicht. Nach einer Einführung in die Ausstellung mischt er sich unter die Besucher, beantwortet Fragen, erläutert seine Werke. Seine Stimme ist ruhig, fast beruhigend. Sein Gesicht strahlt Freundlichkeit aus. Immer wieder lacht er, seine Augen scheinen manchmal fast zu leuchten.

Zaimoglus Auftreten ist ein Kontrast zu seinen Frauen. Wer nur kurz hinschaut, sieht Bilder mit teils knalligen Farben. Wer länger hinschaut, sieht Menschen, die keinerlei Freude ausstrahlen. „Die Frauengestalten aus dem Kopfkino Zaimoglus sind keine einfachen Frauen, es sind vielschichtige, von Männern befreite Frauen. Heldinnen, fast immer gebrochen durch das, was ihnen der Maler noch mitgibt, was sich erweitert im Bild spiegelt“, erläutert Imke Ehler.

Die Kunsthistorikerin sagt, dass Zaimoglu die Figur Frau als klares Zeichen auf das Blatt setze. Jedoch gebe es immer etwas heftiges, etwas verschlüsseltes. „Sie finden etwas, das verstört, zerstört und fremdartig ist“, erzählt Ehler weiter. Entscheidend sei jedoch, was die Betrachter empfänden.

Ungewöhnlich ist die Art der Zurschaustellung der Kunstwerke. Während einige der Bilder hängen, stehen andere fast auf dem Boden. Der Betrachter muss sich zu ihnen hinabbeugen. „Wir richten uns mit einer Form der Erkenntnis auf, die wir vorher noch nicht hatten“, sagt Imke Ehler.

Viele der Frauen hat Feridun Zaimoglu mit Tieren abgebildet. Mal sind es Amseln, mal ein Mops oder eine Gans. „Feridun Zaimoglu hält auf der Leinwand fest, wozu die Sprache manches Mal nicht reicht.

Die narrativen Gemälde erschließen sich oft erst auf den zweiten Blick, offenbaren ein ganzes Universum, wenn wir als Betrachter bereit sind, uns darauf einzulassen“, erklärt die Kunstfachfrau.

Dass die Galerie weit ab vom Schuss liegt, ist laut Imke Ehler kein Hindernis. Schließlich handle es sich nicht um eine Ausstellung, bei der es darum gehe, möglichst viele Besucher anzulocken. „Es ist eine Verkaufsausstellung. Ich werde Gruppen führen, Sammler, die ich gezielt angesprochen und eingeladen habe“, sagt sie. Laufkundschaft gebe es kaum. Wer Interesse an einem der Bilder hat, muss zwischen 850 und 900 Euro investieren.

Die Ausstellung „Frauen“ läuft noch bis Donnerstag, 31. August. Besucher können montags bis sonntags von 12 bis 15 Uhr vorbeischauen. Zudem wird nach telefonischer Vereinbarung geöffnet. Die Nummer lautet 0157/55209684.

 Sebastian Rosenkötter

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