Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ferienhaussiedlung: Bürger bleiben kritisch
Lokales Ostholstein Ferienhaussiedlung: Bürger bleiben kritisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:50 15.04.2016

 Über die Einwohnerfragestunde kam es quasi durch der Hintertür in die Sitzung — allerdings erwartet. Die Kernfrage dabei: Hat die Gemeinde — und deren private Vermieter — einen Nutzen von einer solchen Siedlung auf der Axtkoppel mit knapp 500 Betten und ohne Ansiedlung eines Hotels, wie es ursprünglich geplant war?

Erste Bürgerfrage von Herwart Langmaack: „Gibt es eine externe Marktanalyse mit Prognosen?“ Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) entgegnete: „Es gibt noch gar nichts.“ Grundsätzlich könne die Gemeinde zum Ursprung zurückkehren, da es ein vorhabenbezogener Beschluss sei, der im Bauausschuss aufgestellt wurde. Es habe nur unverbindliche Gespräche mit Landbesitzer, Investor, Betreiber und Politikern gegeben. Zwei bis drei Gespräche. „Mehr nicht.“ Es gebe auch nicht Konkretes zu zeigen, keinen Plan, über den man reden könne. Der potenzielle Betreiber sei ein in Europa führender Vermarkter. Namen nannte Nebel nicht.

Bürger Joachim Gabriel fragte: „Mit der B-Plan-Aufstellung sind Fakten geschaffen. Können Sie uns garantieren, dass sie nichts unternehmen?“ Nebel dazu: „Bevor wir etwas unternehmen, wird die Öffentlichkeit unterrichtet und eingebunden.“ Gabriel weiter: „Gab es bei der Investorensuche eine Ausschreibung? Gab es eine Auswahl? Wurden Konzepte verglichen?“ Nebel hierzu: „Es waren im letzten Jahrzehnt unzählige Investoren hier am Tisch.“ Der Weg der Gemeinde habe sich nicht geändert.

Der aktuelle Investor sein der einzige, der bisher zum Kurs passe. Gabriel hakte nach: „Man muss doch mit mehreren Investoren reden, nie nur mit einem.“ Das wäre ein Fehler. Dann meldete sich Fritz Schwardt: „Ich kann das nicht nachvollziehen: Seit 15 Jahren bemühen wir uns um ein Hotel. Auf diesem Sahnegrundstück muss das doch möglich sein.“ Mit dem aktuellen Beschluss sei der Weg vorgezeichnet. Die Zahl der Bedenkenträger im Ort sei groß.

Nebel argumentierte hier: „Natürlich wäre ein Hotel super. Aber es ist kein Wunschkonzert. Der Landbesitzer wehrt sich gegen eine Hotelansiedlung.“ Schwardt: „Ich habe mit dem Landbesitzer gesprochen. Er ist schon offener.“ Ex-Bürgermeisterin Ingelore Kohlert erklärte: „Die Planungshoheit liegt doch bei der Gemeinde.“

Nachfrage von Langmaack: „Gibt es eine Marktanalyse für Kellenhusen?“ Nebel: „Nein, so weit sind wir noch nicht.“ Eine Bürgerin fragte: „Welche neue Zielgruppe meinen Sie? Wie wollen Sie die Vor- und Nachsaison mit den Häusern stärken?“ Nebel dazu: „Es gibt Erfahrungswerte, die von 85 Prozent Auslastung aufs Jahr ausgehen.“ Nach der Sitzung sagte ein Bürger kopfschüttelnd: „Der Bürgermeister hätte doch nur sagen müssen, dass die Ferienhäuser Familien ansprechen, die einen gewissen Komfort schätzen und die daher auch im Winter zu uns kommen.“ Hoteliers würden sich für den Ort nicht interessieren.

Von Peter Mantik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige