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Ostholstein Ferienpark: Eigentümer wehren sich gegen Investor-Pläne
Lokales Ostholstein Ferienpark: Eigentümer wehren sich gegen Investor-Pläne
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22:10 30.07.2018
Noch kann Reinhard Denß ungehindert aufs Wasser schauen. Quelle: Foto: Billhardt
Heiligenhafen

Die Eigentümer der 1694 Wohnungen in den Häusern A bis Q haben die „Initiative Ferienpark“ ins Leben gerufen, um gegen die Baupläne anzugehen. Außerdem wurde ein Fachanwalt eingeschaltet. „Auch wenn der Anwalt uns geraten hat, nicht gleich mit allen Argumenten gegen das Projekt vorzubringen, legen wir nun alles auf den Tisch“, sagt Reinhard Denß, Sprecher der Initiative. Anlass ist eine nicht-öffentliche Versammlung am heutigen Dienstag, auf welcher der Investor den städtischen Gremien seine Pläne vorstellen möchte.

Besonders stört die Eigentümer der Bau eines mehrgeschossigen Hauses anstelle des Kursaals, das vielen die Sicht auf die Ostsee nehmen würden. „Wir wissen aber auch, dass wir kein Recht auf freie Aussicht haben. Damit argumentieren wir auch nicht. Wir wollen aber, dass Politik und Verwaltung gerecht und interessenunabhängig entscheiden“, so Denß. Aus diesem Grund landete bereits am vergangenen Freitag ein Schreiben mit den Positionen der Eigentümer im Briefkasten aller 26 Stadtvertreter.

„Wir konnten uns erst jetzt positionieren, nachdem die jährliche Versammlung stattfand. Alle Eigentümer aus ganz Deutschland unter einen Hut zu bringen, ist nicht so einfach“, sagt der 79-jährige Initiativen-Sprecher. Aber 98 Prozent aller Eigentümer hätten gesagt, dass man sich wehren müsse und dies mit allen Mitteln und Konsequenzen, erklärt Denß und betont: „Das Prozesskostenrisiko ist sehr gering, weil sich eben 1694 Wohnungen die Kosten teilen“, Einer der Gründe der „Initiative Ferienpark“ gegen den Bünning- Bau sei die Feststellung des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein, dass der Ferienpark schon heute völlig überdimensioniert sei.

Der Gewinn des Investors durch das geplante Renditeobjekt werde von der Initiative auf etwa 21 Millionen Euro geschätzt. Denß stellt im Vergleich dazu den Verlust des Verkehrswertes der Wohnungen entgegen: „Dieser errechnet sich auf etwa 35 Millionen Euro, geringere Mieteinnahmen sind dabei noch nicht einbezogen.“ Der Ferienpark habe eine lange Durststrecke hinter sich ,wie Denß sagt. Daher hätten die Eigentümer selbst bereits rund 30 Millionen Euro in eine Sanierung investiert, um den 1970er-Jahre-Komplex etwas attraktiver zu gestalten.

Ein Problem hat die Initiative auch noch. Denß: „Wir wissen gar nicht, was der Investor heute genau präsentiert und was er am letzten Entwurf womöglich geändert hat.“

Von Markus Billhardt

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