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Ostholstein Ferienwohnungen in der City: Droht jetzt der Wildwuchs?
Lokales Ostholstein Ferienwohnungen in der City: Droht jetzt der Wildwuchs?
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20:37 18.08.2017
Im Innenstadtbereich von Heiligenhafen sind Ferienwohnungen laut neuem Gesetz grundsätzlich zulässig. *FOTO: MANTIK

Vorerst freie Bahn für Ferienwohnungen in der Heiligenhafener Altstadt: Die Stadtvertretung hat es mehrheitlich abgelehnt, die Vermietung einzuschränken.

Bahnhaltepunkt soll an die K 42

Als Standort für den zukünftigen Bahnhaltepunkt favorisieren Heiligenhafen und Großenbrode die K 42 zwischen Lütjenbrode und Mittelhof. Im Zuge der Schienenanbindung der festen Beltquerung sollen die beiden Kommunen einen gemeinsamen Haltepunkt bekommen. Die Details für den Standort sollen nun geprüft werden.

Die Verwaltung hatte einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorbereitet, um einem Wildwuchs entgegenzuwirken.

Ein neues Gesetz ermöglicht die Einrichtung von Ferienwohnungen in Bereichen, in denen etwa „nicht störende Gewerbebetriebe“ oder „kleine Betriebe des Beherbergungsgewerbes“ erlaubt sind (die LN berichteten). Damit sind Unterkünfte für Urlauber ab sofort auch in der Heiligenhafener Innenstadt zulässig. Derlei Bau- und Nutzungsanträge müssten insofern grundsätzlich genehmigt werden, erklärt Kuno Brandt von der Bauverwaltung – es sei denn, der B-Plan für das betreffende Gebiet werde verändert.

Ein entsprechender Antrag der Verwaltung wurde in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung jedoch abgelehnt. Einzig die SPD stimmte dafür. Die übrigen Fraktionen folgten einem Vorschlag der Grünen, die Entscheidung bis Dezember zurückzustellen. Bis dahin soll eine Lenkungsgruppe das Thema beraten, unterstützt durch externe Fachleute.

Ausschlaggebend für den mehrheitlichen Beschluss war vor allem die Situation der aktuellen Urlaubsvermieter in der Altstadt. 90 Prozent von ihnen haben laut Kuno Brandt keine formale Genehmigung – womit nur für zehn Prozent definitiv Bestandsschutz gelte. Ob auch die übrigen Ferienwohnungen nach der vorgeschlagenen B-Plan-Änderung weiterhin vermietet werden dürften, lasse sich nicht mit Sicherheit vorhersagen, räumte er ein.

Es sei wichtig, vor einer Entscheidung die bestehenden Vermieter aus der rechtlichen Grauzone herauszuführen, erläuterte Gerd Panitzki (Grüne) den Antrag seiner Fraktion. Wie alle Stadtvertreter sprach er sich gegen einen unkontrollierten Zuwachs von Ferienwohnungen in der Altstadt aus. Man müsse aber den Vermietern gegenüber fair sein – auch wenn das bedeute, „dass wir vielleicht den ein oder anderen Neubau mit Ferienwohnungen ertragen müssen“.

Interesse an derlei Bauvorhaben sei schon häufig bekundet worden, berichtete Kuno Brandt. Nach neuestem Stand sei solchen Projekten nun Tür und Tor geöffnet, warnte er: „Wir hätten keine Chance, das zu verhindern.“ In die gleiche Kerbe schlug Monika Rübenkamp (SPD): „Ich möchte nicht, dass die Innenstadt am Ende nur noch aus Ferienwohnungen besteht, und die Einwohner in die Peripherie verdrängt werden.“

Karl-Uwe Baecker (FDP) und Simon Schulz (BfH) schlossen sich derweil der Auffassung der Grünen an: Die Stadt brauche ein Konzept, doch das dürfe nicht überhastet auf den Weg gebracht werden. Stephan Karschnick (CDU) warnte ebenfalls vor einem „Schnellschuss“. Niemand wolle einen Wildwuchs von Ferienwohnungen, aber es müsse in Ruhe ein Weg gefunden werden, um das Angebot zu sichern, das es schon gebe. Das sei nicht nur fair den Vermietern gegenüber – er sehe auch anderenfalls eine Klagewelle auf die Stadt zukommen.

Die Verwaltung soll nun die derzeitigen Vermieter über die Lage informieren und für sie eine rechtssichere Lösung suchen.

Jennifer Binder

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