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Ostholstein Ferienwohnungen umstritten
Lokales Ostholstein Ferienwohnungen umstritten
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20:21 23.04.2016
Bei der Diskussion um Ferienwohnungen am Nordstrand gingen die Meinungen weit auseinander. Bürgermeister Carten Nebel (r.) informierte im Kurhotel „Steenbock“ über das Vorhaben. Quelle: Thomas Klatt

Hotel oder Ferienhäuser, oder doch keines von beiden. Anlässlich der jüngsten Sitzung im Kellenhusener Bauausschuss hatte jetzt der Fremdenverkehrsverein Kellenhusen eingeladen, um die Pläne für die Axtkoppel erneut zu diskutieren.

„Es hat lediglich einige Vorgespräche gegeben, nichts ist in trockenen Tüchern“, beschwichtigte Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) gleich zu Beginn die Gemüter. An der Tatsache, dass in Kellenhusen jedoch etwas passieren müsse, ließ er keinen Zweifel: „Gegen den Trend gehen bei uns die Übernachtungen zurück. Wir brauchen nichts, was wir hier schon haben, aber wir brauchen einen strategischen Partner. Diesen Partner hofft Nebel in der Ferienhauskette Novasol gefunden zu haben, der in Kellenhusen als Investor für die geplanten 92 Ferienhäuser mit knapp 500 Betten auf der Axtkoppel am Nordstrand auftreten könnte.

Nach dänischem Beispiel und in einem Baustil, der für die Ostsee typisch sei, sollen die Häuser im Vier-Sterne-Segment angesiedelt sein und damit zahlungskräftige Klientel nach Kellenhusen locken.

Nebel: „Wir haben alleine 300 Wohnungen im Ort, die mit zwei Sternen oder weniger qualifiziert sind.“ Man brauche diesen Investor auch, um Vor- und Nachsaison zu beleben. Novasol zähle außerdem europaweit zu den größten Ferienhaus-Vermietern und habe damit auch die Möglichkeit, schlagkräftig für seine Angebote zu werden.

Bürger Herwart Langmaack befürchtet indes eine „knallharte Konkurrenz für die bestehenden Vermieter.“ Fritz Schwardt, ehemals Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, hielt indes an seiner Forderung nach einem Hotel fest, das sowohl vom Klientel als auch von der Struktur besser in den Ort passe. Er kritisierte, dass der Bauausschuss den Aufstellungsbeschluss für den F-Plan, der hier ursprünglich auch ein Hotel vorgesehen habe, nun mit der Zweckbestimmung „Ferienhäuser“ geändert worden sei.

Hans Wilm Zühlke, langjähriger Mitarbeiter des Touristikunternehmens Robinson, sucht für die Gemeinde schon seit langem nach einem Investor — bisher ohne Erfolg. Zühlke: „Ich habe bisher 22 Hotelketten angeschrieben — ohne Erfolg.“ Nebel ergänzte, dass der Eigner der Fläche am Nordstrand ohnehin nur unter der Bedingung verkaufen wolle, dass dort kein Hotel gebaut werde.

Die weitere Diskussion rangte sich um die Aufwertung des touristischen Infrastruktur. Den meisten Zuspruch an diesem Abend fand noch die Anregung von Matthias Weber, eine Marktanalyse gekoppelt an eine Gästebefragung zu erstellen, um mit einem konkreten Profil an Investoren heranzutreten. Es bleibt abzuwarten, ob die Gemeinde den Vorschlag aufnimmt.

Von Thomas Klatt

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