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Ostholstein Festival kehrt als Ausstellung zurück
Lokales Ostholstein Festival kehrt als Ausstellung zurück
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12:28 14.09.2013
Im September 1970, als die meisten Festival-Besucher schliefen, spielte dieser Unbekannte am umgekippten Flügel für sich allein.
Flügge a. F

Gute Nachricht für alle Fans von Jimi Hendrix. Für 2014 ist auf Fehmarn eine Dauerausstellung geplant. „Sie wird Jimi auf die Insel zurückholen“, sagt Zeitzeuge Paul Kulms. Dafür stellt Paul Asmus Serck in Flügge im nächsten Jahr seine Scheune zur Verfügung. Das wurde am Rande einer Vorführung der Hendrix-

Dokumentation, die Kulms zusammen mit Rasmus Gerlach und Wolfgang Neitzel gedreht hat, im Burger „Café liebevoll“ öffentlich bekanntgegeben. Die Ausstellungs-Pläne laufen unabhängig davon, ob das Verwaltungsgericht Schleswig das Revival, das zuletzt 2010 stattfand, wieder gestattet. Dort ist der Widerspruch gegen das vom Kreis Ostholstein aus Naturschutzgründen verfügte Verbot auf dem historischen Festivalgelände anhängig. „Zwischen Hippietraum und Rockerfrust“: Der Film wie die geplante Ausstellung erinnern an das „Love & Peace“-Festival im September 1970, das damals im Chaos endete, aber trotzdem in die Rockgeschichte eingegangen ist. Denn das Konzert am Strand von Flügge war der letzte Hendrix-Auftritt. Der Sänger und Gitarrist starb zwei Wochen später in London.

Immer wieder tauchen lange verschollene Erinnerungsstücke von damals auf. Auf Fehmarn wurden jetzt am Jubiläums-Wochenende, wie in den LN berichtet, erstmals Aufnahmen der Berliner Fotografin Frauke Bergemann gezeigt, die 1970 im Auftrag der Festivalmacher entstanden sind. „Sie sind erst vor einem Jahr wieder aufgetaucht“, bestätigt Kulms.

Auch 43 Jahre danach gibt es aber noch einige Rätsel. Eines beschäftigt bis heute den in der Szene bekannten Buchautor und Verleger Hans-Jürgen Tast: „Wer war der frierende Pianist?“, sucht er jetzt über die LN Augenzeugen, die ihm — und den Hendrix- Fans — weiterhelfen. 2012 veröffentlichte er im eigenen Kulleraugen-Verlag zwei bunt illustrierte Publikationen, in denen zahlreiche dokumentarische Schwarzweiß-Fotos vom „Love & Peace“-Festival 1970 auf der Insel Fehmarn abgedruckt wurden. Die LN haben ausführlich die Bände „Still the wind cries Jimi. Hendrix in Marokko“ und vor allem „Fehmarn — Das Regen-Festival. Geschichten und Mythen um ein Medienereignis“ vorgestellt.

Die Autoren und Fotografen Brigitte und Hans-Jürgen Tast, damals Grafik-Studenten in Hildesheim, gehörten zu den etwa 25 000 Besuchern, die Sturm und Regen trotzten und das letzte Konzert von Hendrix erlebten. Mit ihrem Buch entstand ein authentischer Rückblick auf das legendäre Festival auf Fehmarn, das den Wunsch nach Aufbruch und Veränderung, das Suchen nach Freiräumen und den Traum von einer besseren Welt widerspiegelt. Dabei ging es ihnen vor allem um die Atmosphäre und Stimmung auf dem Gelände.

Darunter auch ein Foto, das immer wieder Fragen auslöst: Auf der Titelseite spielt, passend zum „Regen-Festival“, eine dick vermummte Person an einem umgestürzten Flügel. Brigitte Tast: „Frühmorgens, die meisten Festival-Besucher schliefen noch fest in ihren Schlafsäcken, hatte er sich auf eine Bierkiste gesetzt und improvisierte für sich allein ein paar Musikstücke.“ Sie war damals zufällig früh mit ihrer kleinen Kamera auf dem Gelände unterwegs und fing diese morgendliche Stimmung ein, fragte aber nicht weiter nach. Warum auch — es war nur eine kleine Randepisode. . .

Welcher LN-Leser kann helfen?
Die Frage: Inzwischen kommen bei den beiden Buchautoren Hans-Jürgen und Brigitte Tast immer mehr Anfragen nach dem unbekannten Pianisten an. Daher bittet der Verlag die LN-Leser um Hilfe. Tast: „Vielleicht weiß irgendein Leser, der damals das ,Love+Peace-Festival‘ besucht hat, wer es ist.“


Der Preis: Die erste Person mit konkreten Hinweisen, die dieses Rätsel endlich lösen kann, erhält vom Kulleraugen-Verlag, Laaseweg 4, 31174 Schellerten (zu erreichen auch über E-Mail:

kulleraugen-verlag@gmx.de) die beiden genannten Broschüren als kleines Dankeschön. Sie sind übrigens inzwischen fast völlig vergriffen.

Gerd-J. Schwennsen

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