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Ostholstein Feuer frei auf „Uns Gillvagel“: Die Stadt feiert das 821. Gildefest
Lokales Ostholstein Feuer frei auf „Uns Gillvagel“: Die Stadt feiert das 821. Gildefest
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00:24 25.06.2013
Von Holger Marohn
Wie hier auf dem Marktplatz säumen beim traditionellen Umzug Tausende Besucher die Straßen. Quelle: Fotos: Holger Marohn
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Oldenburg

Schon von weitem ist das rhythmische Klicken Hunderter Spazierstöcke zu hören. Dann biegt die Spitze des 800 Meter langen Festzuges zum 821. Gildefest der St. Johannis Toten- und Schützengilde mit Pfeifen, Pauken und Trompeten auf den Oldenburger Marktplatz ein. Tausende Zuschauer an den Straßenrändern jubeln den etwa 600 Gildebrüdern — traditionell mit Zylinder, schwarzem Anzug, Stock und roter Rose am Revers — zu. Deutschlands älteste Gilde feiert und eine ganze Stadt feiert mit.

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Zum 25-jährigen Bestehen holen sich die Mitglieder der Zeltgemeinschaft „De Achtundachtiger“ einen Schluck aus dem Gildeapfel ab.

„Von der Oldenburger Gilde habe ich natürlich schon viel gehört, aber jetzt dabei sein zu dürfen, ist schon etwas Besonderes“, sagt Ulrich Rüder (CDU). Als frisch gewählter Kreispräsident darf er in der Abteilung der Ehrengäste an der Spitze des Zuges mitmarschieren. Es ist sein erster offizieller Termin als neuer erster Bürger des Kreises. Die obligatorische Rose am Revers hat ihm Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) besorgt.

Knapp eineinhalb Stunden bei bestem Gildewetter später kommt der Zug auf dem Festplatz an der Göhler Straße an. Im Schützenhof wird gemeinsam gefrühstückt. In seiner Rede hebt Kreispräsident Rüder die jahrhundertealte Tradition der Gilde, der ältesten ihrer Art Deutschlands, hervor. 20 neue junge Mitglieder, wie sie während der Jahreshauptversammlung kürzlich aufgenommen wurden, seien ein gutes Zeichen, dass die Tradition Bestand haben werde — auch in Zeiten, in denen sich viele von ehrenamtlichem Engagement und Vereinen abwendeten, aber gleichzeitig immer höhere Ansprüche an die Gesellschaft stellten, lobt Rüder unter Beifall im Schützenhof. Und als der Kreispräsident dann auch noch ankündigt, bei seinem nächsten Auftritt bei der Oldenburger Gilde nicht nur die letzten Absätze, sondern seine komplette Rede auf Plattdeutsch zu halten, kennt der Jubel im Saal kaum Grenzen. Schließlich ist das Bewahren der plattdeutschen Sprache ein wichtiges Ziel der Gilde.

Kaum sind im Saal die letzten Worte verklungen — das traditionelle Gildefrühstück hing knapp eine Viertelstunde hinter dem Protokoll — lässt Scheetöllst Peter Jacobsen das Schießen auf den riesigen Vogel „Uns Gillvagel“, einen zweiköpfigen Adler, freigeben. Nachdem der scheidende König Günther Ergert mit seinem Schuss das Vogelschießen eröffnet hat, beginnt das Wetteifern um die neue Königswürde. Der erste Silberpreis fällt bereits mit dem dritten Schuss. Angetreten für Fritz Westensee holt Eckhard „Ecki“ Kasten den Reichsapfel aus dem linken Greif des Gildevogels. Fast im Minutentakt fallen weitere Preise.

Etwa 1800 Schuss später soll heute Abend der Vogel fallen. Wann genau hängt von der Treffsicherheit der Schützen und der Widerspenstigkeit des Holzadlers ab. Das Fest selbst geht heute um 9 Uhr mit dem Treffen der Gildebrüder in der Großsporthalle weiter.

• Ein Video zum Gildefest gibt es im Internet unter www.ln-online.de/Videos

Holger Marohn

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