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Ostholstein Feuer im Hinterhaus - 51-Jähriger erleidet schwere Verbrennungen
Lokales Ostholstein Feuer im Hinterhaus - 51-Jähriger erleidet schwere Verbrennungen
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18:06 14.08.2015
Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

Bei einem Feuer in einem Hinterhaus der Eutiner Friedrichstraße ist gestern in den frühen Morgenstunden ein 51 Jahre alter Mann schwer verletzt worden. Er wurde in die Uniklinik Lübeck gebracht. Wie Nachbarn von seinem Bruder erfahren haben, soll er Verbrennungen dritten Grades erlitten haben, aber außer Lebensgefahr sein. Zahit Kacar (45) und Daniel Schulze (31), die im direkt an der Straße stehenden Mehrfamilienhaus wohnen, versuchten, den um Hilfe rufenden Mann in der Nacht aus dem Gebäude zu befreien. Wegen der Flammen mussten sie sich allerdings nach kurzer Zeit zurückziehen, der 51-Jährige schaffte es dann aus eigener Kraft auf den Hof.
Den Nachbarn steckten Angst und Aufregung gestern noch in den Knochen. Sie seien durch ein Knallen wachgeworden und hätten dann Schreie vom Hof gehört, schilderten Daniel Schulze und Lebensgefährtin Sandra Raddatz. „,Oh Gott, es brennt’ habe ich geschrien, als ich aus dem Fenster gesehen habe“, so die 42-Jährige. Ihr Lebensgefährte sei in Boxershorts hinausgerannt. Auf dem Hof war schon Nachbar Zahit Kacar, der ebenfalls von seiner Freundin, Jenny Junkes, geweckt worden war.
Zu dem Zeitpunkt waren Haustür und ein Fenster bereits auf den Hof geschleudert worden. Die beiden Männer betraten das brennende Haus, in dem sich der 51-Jährige im Badezimmer aufhielt. Ob die Tür verschlossen, durch die Explosion oder die Hitze verzogen war, ist unklar. Jedenfalls ließ sie sich nicht öffnen, und Kacar und Schulze versuchten, sie einzutreten. „Weil die Flammen so stark waren, mussten wir aufgeben und zurück auf den Hof. Aber kurz nach uns kam auch unser Nachbar heraus“, berichtete Daniel Schulze erleichtert. Dieser habe auf dem Rücken erhebliche Brandverletzungen gehabt.
Zahit Kacar ist gestern morgen bereits wieder zur Arbeit gegangen, „obwohl er an den Händen Brandwunden hat“, sagte seine Freundin Jenny Junkes. Sie selbst sei noch völlig verstört von den Ereignissen der Nacht. „Es hat so laut gescheppert, ich dachte, das war’s jetzt. Dann hatte ich Angst, dass die Flammen unser Schlafzimmerfenster zum Bersten bringen und das Feuer auf das Vorderhaus überspringt.“ Ihre Wohnung, in der sie mit Freund und ihren Kindern (drei und sieben Jahre) lebt, liegt nur wenige Meter von dem kleinen Hinterhaus entfernt.
Das Gebäude, das schon seit mehr als 60 Jahren auf dem Grundstück stand, wurde vollkommen zerstört. Als die um 3.22 Uhr verständigte Freiwillige Feuerwehr Eutin eintraf – im Einsatz waren 30 Feuerwehrkräfte mit drei Löschfahrzeugen und Drehleiter – , konzentrierte sie sich gleich auf den Schutz der Nachbargebäude und die Brandbekämpfung des kleinen Wohnhauses. Das Dach des Hinterhauses wurde mit schwerem Gerät abgetragen, um letzte Brandnester bekämpfen zu können, so Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt.
Die Stadtwerke sorgten dafür, dass Gas- und Stromzufuhr unterbrochen wurden. Die Ursache für das Feuer und die Schadenshöhe sind derzeit noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Friedrichstraße wurde gestern Morgen für rund zwei Stunden gesperrt.

ben

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