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Ostholstein „Feuerwehr darf nicht zum Streichorchester werden“
Lokales Ostholstein „Feuerwehr darf nicht zum Streichorchester werden“
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20:18 12.03.2016
Im Gespräch: Volker Delfskamp (links) und Werner Ehlers. Quelle: Schwennsen

Der Zahlenspiegel allein verrät noch nicht die Sorgenkinder von Fehmarns Gemeindewehrführer Volker Delfskamp. Den elf Inselwehren gehören 317 Kameraden an, darunter 22 Frauen. Dazu kommen 55 Mitglieder in den drei Jugendwehren und 128 Mitglieder der Ehrenabteilung. Erfreulich für ihn zudem: „Der Ausbildungsstand in den Ortswehren ist sehr gut.“

Aber: Es gibt nur noch exakt 100 ausgebildete Atemschutzgeräteträger — sieben weniger als vor Jahresfrist. Das hört sich auf den ersten Blick ebenfalls noch wenig dramatisch an. Das Problem ist jedoch die rückläufige Tagesverfügbarkeit, vor allem weil immer mehr Insulaner außerhalb von Fehmarn arbeiten. Für den Inselwesten wird daher bereits die „Atemschutz-Schleife Fehmarn Mitte“

mitalarmiert. Delfskamp: „Hier muss dringend nachgebessert werden. Ich bitte darum, dafür zu sorgen, dass die Zahl nicht noch weiter fällt.“

Auf der Mitgliederversammlung Freitagabend in Burg, die erstmals als Delegiertenversammlung und daher vor ungewohnt kleinem Teilnehmerkreis stattfand, griff Delfskamp ein weiteres Problem auf. Von 23 Anwärtern des Jahres 2015 haben nur 15 die komplette Truppmannausbildung durchlaufen. Das lag nicht nun an persönlichen Gründen, sondern teilweise auch daran, dass sie nicht von ihren Arbeitgebern freigestellt wurden.

Die Einsatzstatistik für 2015 verzeichnet 187 Alarmierungen für die elf Ortswehren. Neben fünf Großbränden gehörten dazu auch zwei Dutzend Unwettereinsätze sowie gleichfalls 24 Fehlalarmierungen.

Einer davon war böswillig. Laut Delfskamp endete dieser Vorfall für den Übeltäter aber mit einer strafrechtlichen Ermittlung und einer Verurteilung vor Gericht.

Bei einer Gegenstimme wurde die neue Satzung verabschiedet. Sie muss 2017 ohnehin nachgebessert werden, weil der landesweit auch in der Feuerwehr kontrovers diskutierte Umgang mit der Kameradschaftskasse vom Gesetzgeber noch nicht in die Mustersatzung eingearbeitet ist.

„Die Stadt steht zu ihren Feuerwehren“, versicherte der stellvertretende Bürgermeister Werner Ehlers (CDU). Zuvor hatte Delfskamp eine Haushaltserhöhung für 2017 dringend angemahnt: „Die Feuerwehr darf nicht das Streichorchester für die Haushaltsplanung sein. Denn wir sind 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr für die Sicherheit unserer Bürger und Gäste da.“

Eingebunden ist die Gemeindefeuerwehrführung Fehmarn in die kreisweite „AG Fehmarnbeltquerung“, die mit Blick auf den geplanten Tunnelbau Forderungen erarbeitet. Ganz andere Probleme griff Andreas von der Heyde (Kreisfeuerwehrverband) auf. „Zehn Jahre Digitalfunk“, schmunzelte er — denn eigentlich hätte er bereits 2006 eingeführt werden müssen. Für die neue Software „Cobra 4“, die künftig in der Rettungsleitstelle Süd in Bad Oldesloe eingeführt wird, erklärte er: „Ostholstein hat seine Hausaufgaben gemacht.“ Andere Kreise hinkten noch hinterher.

Von Gerd-J. Schwennsen

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