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Ostholstein Film über Neustädter Schüler und den „Cap Arcona“-Untergang
Lokales Ostholstein Film über Neustädter Schüler und den „Cap Arcona“-Untergang
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20:59 20.09.2017
Zwölf Schüler beschäftigen sich mit dem Untergang der „Cap Arcona“. Das Plakat für einen Film haben sie bereits fertig. Quelle: Fotos: Rosenkötter, Hfr (2)

Organisiert und durchgeführt wird das Projekt von einem breiten Bündnis Neustädter Akteure. Einer von ihnen ist Mano Salokat, Vorsitzender des „Kinder und Jugend Netzwerks“. „Die ,Cap Arcona’ hat mich schon immer bewegt. Wir wollen etwas schaffen, was in den Schulen bleibt“, versucht er die Idee hinter der Aktion zu erläutern. Es soll aufgezeigt werden, wie das Thema im Unterricht behandelt werden kann.

Die „Cap Arcona“-Katastrophe in der Lübecker Bucht soll niemals vergessen werden. Dafür setzen sich seit Wochenbeginn zwölf Schüler von drei Neustädter Schulen ein. Sie besuchen eine KZ-Gedenkstätte und sprechen mit Zeitzeugen. Fast immer dabei ist ein Filmteam.

Die Finanzierung

Das fünftägige Projekt wird unter anderem durch Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht. Ebenfalls beteiligt sind der Landesbeauftragte für politische Bildung sowie das „Kinder und Jugend Netzwerk Neustadt“.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 9000 Euro.

Salokat sagt, dass der Nationalsozialismus eine von Intoleranz geprägte Zeit gewesen sei. Ganz anders sei es bei dem aktuellen Projekt. Mädchen und Jungen aus verschiedenen Jahrgängen von drei unterschiedlichen Schulen (Küstengymnasium, Jacob-Lienau-Gemeinschaftsschule und Förderzentrum) arbeiten fünf Tage zusammen. Allein dies sei ein Schritt, Toleranz zu fördern und Berührungsängste abzubauen. „Wir sind ein bunter Haufen und es ist nicht immer leicht, sich aufeinander einzulassen“, sagt Mano Salokat.

Die Schüler nähern sich dem Untergang, bei dem Tausende KZ-Häftlinge starben, auf vielfältige Weise. Gestern waren sie auf dem Marktplatz unterwegs, befragten Bürger, was sie von den Ereignissen wissen. „Mit einem Herrn haben wir fast 20 Minuten gesprochen. Er war drei Jahre alt, als die ,Cap Arcona’ gesunken ist“, erzählt Janne Finnja Hartmann (15). Andere Leute hätten jedoch kaum etwas darüber gewusst oder nichts sagen wollen. Spannend dürfte es heute werden, wenn einige der Teilnehmer Menschen treffen, die die dramatischen Ereignisse vom Strand aus beobachtet haben.

Für Sophie Florentine Krüger (14) ist es interessant zu erfahren, was genau sich ereignet hat. Eva Schwan geht es ähnlich, wobei sie mit der Thematik schon im Unterricht konfrontiert wurde. Das Projekt biete jedoch die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum mit dieser auseinanderzusetzen. „Jetzt habe ich die größeren Zusammenhänge verstanden. Es war ein dramatisches Ereignis, das man nicht vergessen sollte, damit es in Zukunft nicht wieder passiert“, verdeutlicht die 17-Jährige.

Der Film, der mit Hilfe eines professionellen Kamerateams um Sky-Moderator Jens Westen entsteht, soll 30 bis 60 Minuten lang werden und am 3. Mai kommenden Jahres erstmals gezeigt werden. Details folgen.

Sebastian Rosenkötter

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