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Ostholstein Film zum Thema Sterben: „Utbüxen kann keeneen“
Lokales Ostholstein Film zum Thema Sterben: „Utbüxen kann keeneen“
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21:52 15.11.2016
Die beiden Regisseurinnen Gisela Tuchtenhagen (Mitte) und Margot Neubert-Maric (r.) diskutierten anschließend mit den Zuschauern, links Tatjana Hof vom Ökumenischen Hospizdienst Fehmarn. FOTO: M. KIRCHNER
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Burg a. F

Die Darsteller sind durchweg Laien und haben im täglichen Leben – beruflich oder ehrenamtlich – regelmäßig mit dem Sterben zu tun: Totengräber, Sargtischler, Bestattungsunternehmer, Totenbitterin und Totenfrau oder auch Sargträger. Auf Plattdeutsch und frei weg von der Leber erzählen sie vor der Kamera aus ihrem Alltag, werden bei der Arbeit aber auch in ihrer Freizeit gezeigt. Mit Bemerkungen wie „So is dat nu mal“, oder „Dat is nu mal de Loop vunne Welt“ hadert keiner von ihnen mit dem Schicksal, das uns eines Tages allen blüht. „Mien Amt mokt mi Spaß“, bekennen Anni Both, „Mudder Griepsch un Dodenfruu“, und alle anderen sogar freimütig vor der Kamera. Gerade von den Menschen in der ländlichen erdverbundenen Region wird der Tod als ganz natürlich und zum Leben gehörend angesehen. Angst ist nicht zu spüren.

Der Totensonntag

Ewigkeitssonntag, im Volksmund Totensonntag, ist ein evangelischer Feiertag am Sonntag vor dem 1. Advent. Dieses Jahr fällt der Gedenktag auf den 20. November. Protestanten sprechen vom Ewigkeitssonntag als Gegenstück zum katholischen Allerseelen. Anders als etwa der Volkstrauertag ist der Totensonntag in Deutschland nicht gesetzlich festgelegt.

Der Film dokumentiert es. „Utbüxen kann keeneen“ (Weglaufen kann keiner) heißt der beziehungsreiche Titel des preisgekrönten Streifens (im März 2016 beim Landesfilmfest in Kiel), den der Ökumenische Hospizdienst Fehmarn in diesem Jahr am Volkstrauertag im Burger Kino gezeigt hat. Nunmehr seit neun Jahren präsentiert die Gruppe um Tatjana Hof in der Zeit um Totensonntag einen Film, der das Thema Tod und Sterben zum Inhalt hat. Hinterher wird im evangelischen Gemeindehaus über das Gesehene gesprochen.

Besonderes Highlight in diesem Jahr: Die beiden Macherinnen des Films, Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric, waren persönlich anwesend. Sie gaben im Kino eine kurze Einführung und diskutierten hinterher mit den Besuchern. Tuchtenhagen dreht seit 1971 Filme, ist mehrfache Grimme- Preisträgerin und war eine der ersten Frauen hinter der Dokumentarfilm-Kamera. Margot Neubert-Maric arbeit seit 1974 als freie Editorin und ist seit 2009 Vereinsvorsitzende der Filmschule Hamburg Berlin.

Das im Film gezeigte Festhalten an ländlichen Sitten und Gebräuchen im Umgang mit dem Sterben wurde von den zahlreichen Zuschauern als positiv empfunden, wie sich im nachfolgenden Gespräch bei Kaffee und Kuchen ergab. Viele berichteten aus eigenen Erfahrungen.

WEITERE EINZELHEITEN über den Film, der auch als DVD im Handel ist, gibt es im Internet unter der Adresse

www.utbuexen.com.

Michael Kirchner

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