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Ostholstein Filmdreh in Bad Schwartau: Wie laut ist die Bahn der Zukunft?
Lokales Ostholstein Filmdreh in Bad Schwartau: Wie laut ist die Bahn der Zukunft?
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22:07 27.09.2017
Im Fokus der Kameras: Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt (Mi.) in Bad Schwartau. Quelle: Fotos: Peter Mantik (3)
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Bad Schwartau

Die Deutsche Bahn bereitet die Planfeststellungsunterlage für die Schienenanbindung der festen Fehmarnbeltquerung vor. Ein zentraler Aspekt ist dabei in der Wahrnehmung das Thema Lärm und somit der Schallschutz. Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt erklärt: „Es geht um die auditive wie auch visuelle Wahrnehmung der Menschen.“

Viele Bürger an der Trasse hätten nach wie vor noch keine Vorstellung davon, was sich für sie als Folge der festen Fehmarnbeltquerung verändere. Dies sei aber wichtig für eine konstruktive Gesprächsebene.

Wie laut wird der Bahnverkehr sein, wenn Güter- und Personenzüge nach Fertigstellung der Schienenanbindung durch den Belttunnel sowie durch Ostholstein rollen? Die Frage beantwortet die Bahn derzeit mit einem aufwendigen Projekt. Das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut) war jetzt in Bad Schwartau.

Hierfür wird ein großer Aufwand betrieben. Modernste Filmtechnologie kam jetzt in der Breslauer Straße in einem Wohnviertel nahe der Bahnschiene zum Einsatz. Darunter eine 360-Grad-Omnicam – bestehend aus elf Kameras und einem Rundum-Spiegelsystem. Bahnmitarbeiterin Janine Korczak: „Wir erstellen mit diesem Equipment in Bad Schwartau eine audiovisuelle Schienenverkehrslärm-Simulation.“

Der Kostenpunkt liegt bei 88000 Euro. Die Bahn möchte auf diesem Weg Transparenz herstellen und Akzeptanz in der Region gewinnen. Dies gilt insbesondere in den stark betroffenen Orten wie Heringsdorf, Göhl, Lensahn und Bad Schwartau, oder wo es Häuser nah an der Trasse gibt – für die die Bahn besonderen Schutz realisieren muss.

„Es dauert etwa sechs Wochen, bis der Film fertig ist und der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann“, skizziert Janine Korczak den zeitlichen Ablauf. Vorgestellt wird er dann im Dialogforum, aber auch in den betroffenen Kommunen. Die Bahn hält somit weiter an ihrer Strategie fest, über die relevanten Planungsschritte in den Gemeinden und Städten zu informieren.

Parallel kooperiert die Deutsche Bahn eng mit dem Kreis Ostholstein sowie dem Projektbeirat des Dialogforums, um die übergesetzlichen Schallschutzforderungen in eine Matrix einzuarbeiten und mit festen Kennziffern wie Kosten zu belegen. Diese geht dann zunächst durch den Deutschen Bundestag – hier werden die finanziellen Mittel bewilligt. Anschließend fließen die Ergebnisse ins Planfeststellungsverfahren ein. Aktuell geht die Bahn davon aus, dass sie mit der Schienenanbindung zwischen Puttgarden und Lübeck inklusive neuer Sundquerung eher fertig sein wird als der dänische Bauherr Femern A/S mit dem Belttunnel. Das zumindest bleibt das Ziel.

Ein Video vom Drehtag in Bad Schwartau gibt es auf www.ln-online.de

 Von Peter Mantik

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