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Ostholstein Von Haien bis Piranhas: Kinder zählen das Inventar im Sea Life
Lokales Ostholstein Von Haien bis Piranhas: Kinder zählen das Inventar im Sea Life
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18:50 03.01.2019
Inventur im Sea Life in Timmendorfer Strand: Louisa (8) hilft mit den anderen Kindern beim Zählen der Fische. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Timmendorfer Strand

Staunend blickt Martha in das große Becken im Sea Life Timmendorfer Strand, in dem sich Rochen, Katzenhaie und Wolfsbarsche tummeln. Die Elfjährige versucht sich besonders auf die flinken kleinen Haie zu konzentrieren. Eins, zwei, drei – ganz schön schwierig, bei der alljährlichen Fisch-Inventur des Aquariums den Überblick zu behalten.

Doch Martha schafft das Durchzählen und notiert auf ihrem Zettel die genaue Anzahl: „Es sind zehn Katzenhaie.“ Noch weitere elf Kinder helfen den Mitarbeitern zu ermitteln, wie viele Meeresbewohner genau in den zahlreichen Becken schwimmen.

Haie, Rochen und Schildkröten wurden von zwölf jungen Helfern unter die Lupe genommen

Die Rochen faszinieren die elfjährige Martha

Mit Sea-Life-Mitarbeiter Henning Dresbach geht es von Becken zu Becken. Auf Cecilias Zettel sind bereits viele Zahlen notiert – unter anderem hat sie sich drei Riffhaie und 20 Wimpelfische aufgeschrieben. Eine Fischart hat es der Siebenjährigen besonders angetan. „Die Rochen sind total schön“, schwärmt sie. Auch Martha lässt sich beim Rochenbecken Zeit mit dem Zählen. „Die Rochen sind einfach cool“, sagt sie. Martha mag vor allem große Fische. „Ich möchte einmal Meeresforscherin werden“, sagt das Mädchen, das bereits vor zwei Jahren an der Inventur teilgenommen hat.

Unterdessen schaut Bennet durch das Aquaskop, um auch den Grund des Beckens im Auge zu behalten. Er zählt gerade die Wolfsbarsche. „Man muss sich echt konzentrieren“, sagt der Neunjährige aus Eutin.

Schildkröte „Speedy“ wird mit Gemüse belohnt

Doch nicht nur das Durchzählen steht für die jungen Helfer auf dem Programm. Durch die Scheibe des 220 000 Liter fassenden Ozeanbeckens beobachten die Kinder, wie sich Taucher Oliver Volz bereit macht. „Da kommt er, ich sehe die Flossen“, ruft Henning (8) aufgeregt und schaut fasziniert zu, wie Oliver Volz die Meeresschildkröte „Speedy“ zunächst mit Leckereien anlockt, um sie dann mithilfe eines Maßbandes zu vermessen.

Gar nicht so einfach, die 113 Kilogramm schwere Schildkröte dazu zu bringen, still zu halten. Immer wieder schwimmt sie weg und zieht ihre Bahnen durchs Ozeanbecken. Der Taucher benötigt einige Anläufe und „Speedys“ Lieblingsspeise, um ihre genaue Länge zu ermitteln. „Die Schildkröte frisst ja Brokkoli“, ruft Blanca (9) erstaunt.

Fakten zum großen Zählen

Etwa 2500 Tiere leben in der Unterwasserwelt des Sea Life Timmendorfer Strand. Im Regenwald-Bereich sind zwei Boa Constrictor mit jeweils etwa zwei Metern Länge untergebracht, die größten Bewohner des Sea Life. Die kleinsten Tiere sind die nur etwa vier Zentimeter großen Neonfische. Das größte Gewicht aller Sea-Life-Tiere mit 113 Kilogramm bringt indes die Grüne Meeresschildkröte „Speedy“ auf die Waage. Das Ergebnis der Fisch-Inventur 2019 wird im Februar bekannt gegeben.

Junge Helfer messen zwei Schlangen

Neben Schildkröten, Haien und Rochen wartet auch anderes tierisches Inventar darauf, von den Helfern unter die Lupe genommen zu werden. Nach dem Tauchgang mit „Speedy“ sitzen die Kinder im Halbkreis zusammen, um mit Sea-Life-Mitarbeiter Stefan Tauscher die Boa Constrictor „Charly“ zu inspizieren. Darauf wartet Michel schon die ganze Zeit. Das Vermessen und Wiegen der zwei Schlangen „Charly“ und „Cleo“ ist für ihn der Höhepunkt der Aktion. „Schlangen sind meine Lieblingstiere. Deshalb wollte ich hier unbedingt mitmachen“, sagt der Zehnjährige und schaut gebannt zu, wie Stefan Tauscher vor den Augen der Kinder das Maßband an den Körper des sieben Jahre alten Tieres hält.

Das Ergebnis: „Charly“ misst stolze zwei Meter. „Reptilien wachsen ihr ganzes Leben“, erklärt der Pfleger und erzählt den Kindern, dass Boas bis zu 30 Jahre alt werden können. Bennet hört aufmerksam zu. „Schlangen sind schön und gefährlich. Ich habe sogar schon einmal eine Schlange angefasst“, berichtet der Junge.

Hat sich Janto womöglich verzählt?

Zuletzt widmet sich die Gruppe den Piranhas, die sich nicht weit vom Areal der Boas in ihrem Becken eng zusammengerückt treiben lassen. „Es sind 47“, sagt Janto. Der Zehnjährige hat eine ganz bestimmte Technik beim Zählen. „Erst vorne anfangen und dann hinten weiterzählen“, erklärt der Groß Timmendorfer, der nun alle Zahlen für die Fisch-Inventur zusammen gesammelt hat. Ob er jedes Mal richtig hingeschaut hat, bezweifelt er allerdings. „Bei den Anemonen glaube ich, mich verzählt zu haben. Da habe ich ein paar nicht gesehen“, gibt Janto zu.

Das offizielle Ergebnis der Aquaristen wird erst am 31. Januar bekannt gegeben. Bis dahin haben alle Sea-Life-Besucher die Möglichkeit, auch bei den Anemonen noch einmal genau nachzuzählen.

Beke Zill

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