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Fischfang-Anlage aus der Steinzeit entdeckt

Oldenburg Fischfang-Anlage aus der Steinzeit entdeckt

Start der archäologischen Hauptgrabungen im Oldenburger Bruch und auf Fehmarn im Zuge der Hinterlandanbindung zur Beltquerung.

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„ Es ist schon toll, was bei dem Projekt so alles entdeckt wird. Bernd Homfeldt, DB AG

Oldenburg. Ist es eine mehrere Tausend Jahre alte Fischfanganlage, die die Archäologen im Oldenburger Bruch gefunden haben – oder doch etwas anderes? Um diese Frage aus den Voruntersuchungen entlang der Schienenanbindung zur Beltquerung zu klären, beginnen jetzt die Hauptgrabungsarbeiten.

 

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Nur ein Holzpfahl, aber Tausende Jahre alt.

Quelle: Fotos: Landesamt/mb
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„Die Stellung der Pfähle könnte einigen Aufschluss geben. Erich Halbwidl, Archäologe

Quelle:
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In dem feuchten Boden am Oldenburger Zigeunerberg wurden bei den Vorerkundungen diese gut erhaltenen Holzpfähle entdeckt.

Quelle:

Weitere Infos

Das Projekt und Fotos von den Vorerkundungen: www.anbindung-fbq.de

Archäologischen Landesamt: http://bit.ly/2vzEYiB

Die umfangreichen Maßnahmen im Auftrag der Deutschen Bahn starten in dieser Woche zunächst in Oldenburg und auf Fehmarn – an 33 festgelegten Stellen entlang der rund 80 Kilometer langen Strecke der Hinterlandanbindung. Bei den bisherigen Voruntersuchungen wurden bedeutsame Artefakte entdeckt. So fanden die Experten im Frühjahr bei Groß Schlamin Gegenstände, die eine aus der Bronze- oder Eisenzeit stammende Siedlung vermuten lassen (LN berichtete). Dem Archäologen Erich Halbwidl liegt eine der über 100 voruntersuchten Stellen aber besonders am Herzen – der „Zigeunerberg“ nördlich des Oldenburger Bruchs.

„Wir haben in dem Feuchtboden eine Reihe von Holzpfählen aus der Steinzeit freigelegt.“ Normalerweise würde man nur Standspuren der Pfosten finden, sagt Halbwidl. Doch bei diesem Fundplatz sei man im Torf auf gut erhaltene Pfähle mit sichtbaren Schnittstellen gestoßen, die die Reste einer Fischfang-Anlage, eines sogenannten Fischzauns, sein könnten. „Da vor 4000 bis 6000 Jahren an dieser Stelle ein See gewesen muss, macht die ehemalige Ufersituation dies sehr wahrscheinlich“, erläutert der Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein.

Erich Halbwidl hofft, dass, wenn es sich dort tatsächlich um eine steinzeitliche Fischersiedlung handelt, auf der rund 1300 Quadratmeter großen Fläche noch weitere Alltagsgeräte und Steinwerkzeuge zum Vorschein kommen – vielleicht auch tierische Knochenreste. „Mit menschlichen Gräbern rechnen wir aber eher nicht, das wäre dann wirklich eine richtige Sensation.“

Die Untersuchungen sind Voraussetzungen für den Bau der Schienenanbindung. Nach dem 2015 neu gefassten Denkmalschutzgesetz Schleswig-Holsteins genießen die Zeugnisse der Vorzeit im Boden ganz besonderen Schutz. „Es ist aber festzuhalten, dass dies eine denkmalpflegerische Grabung und keine Forschungsgrabung ist“, sagt Halbwidl. Eventuelle Funde würden sorgsam dokumentiert und archiviert werden. Das erste Gebot sei die Erhaltung für die Nachwelt. „Es ist außerdem wichtig, dass die Räume für den Trassenbau freigemacht werden, so dass dabei keine landesgeschichtlichen Dinge zerstört werden können.“

Bernd Homfeldt, Projektleiter für die Schienenanbindung bei der DB AG erläutert bei dem Gespräch in der LN-Redaktion, warum man frühzeitig die Archäologen ins Boot geholt hat: „Wir lassen die Untersuchungen schon jetzt durchführen, damit wir später zügig bauen können. So haben wir auf diese Weise mehr Planungssicherheit und die Archäologen genügend Zeit für eine sorgfältige Erkundung der ostholsteinischen Siedlungsgeschichte.“ Rund sechs Millionen Euro werden dafür insgesamt bereitgestellt. „Das Geld ist gut investiert“, so Homfeldt. Bis Ende 2019 werden die Untersuchungen laufen.

Bei Avendorf auf Fehmarn schlagen die Archäologen nun auch die Zelte auf, wollen aber dort die nähere Betrachtung von vier Flächen, wo Funde überwiegend aus der Eisenzeit (500 vor bis 450 Jahre nach Christus) erwartet werden, schon bis zum Jahresende abschließen. 

In Oldenburg wird es deutlich länger dauern. Halbwidl: „Es könnten dabei die ältesten Funde aller Grabungsstellen zutage treten. Und das macht es so spannend.“

Markus Billhardt

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