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Ostholstein Fischkutter vor Fehmarn havariert - zwei Tote
Lokales Ostholstein Fischkutter vor Fehmarn havariert - zwei Tote
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12:04 07.02.2016
Einer der beiden an der Suchaktion beteiligten DGzRS-Rettungskreuer im Hafen von Burgstaaken. Quelle: Michael Kirchner
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Fehmarn

Den bisher umfangreichsten Einsatz dieses Jahres haben die Seenotretter am späten Sonnabend vor der Küste östlich von Fehmarn koordiniert: Die Seenotleitung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen leitete eine groß angelegte Suchaktion im Bereich von Staberhuk nach einem vermissten Fischkutter und seiner zweiköpfigen Besatzung ein. Am Abend konnten die beiden Seenotrettungskreuzer "Bremen" (aus Großenbrode) und "Hans Hackmack" (aus Grömitz) die beiden Fischer aber nur noch tot bergen, wie die DGzRS den LN in Nacht bestätigte.

Gegen 18.10 Uhr erfuhren die Seenotretter, dass der Fischkutter „Condor“ (Heimathafen Burgstaaken) vor Fehmarn offenbar bereits seit einigen Stunden überfällig ist. Die letzte bekannte Position des Kutters lag etwa 3,5 Seemeilen (6,5 Kilometer) östlich von Fehmarn. Die Seenotleitung der DGzRS alarmierte umgehend die beiden Seenotrettungskreuzer. Zur Unterstützung aus der Luft wurde ein Such- und Rettungshubschrauber der Deutschen Marine eingesetzt. 

Der Unglückskutter - aufgenommen von Leser Joerg Kreiser. Quelle: Joerg Kreiser/HFR

Die Seenotküstenfunkstelle sandte mehrfach eine Dringlichkeitsmeldung an die gesamte Schifffahrt mit der Bitte, verschärft Ausschau zu halten. Neben ihren eigenen Einheiten nahm die DGzRS das Wasserschutzpolizeiboot „Fehmarn“, das Einsatzschiff der Bundespolizei „Neustrelitz“ sowie die Fischkutter „Falkland“, „Bleibtreu“, „Odin“, „Glaube“ und „Sirius“ in die Suche mit auf. Außerdem nahmen der dänische Seenotkreuzer „L. W. Dam“, Station Gedser, sowie ein Schiff der dänischen Marineheimwehr und ein dänischer SAR-Hubschrauber Kurs auf das Suchgebiet.

Gegen 20 Uhr schließlich meldete die „Fehmarn“ treibende Fischkisten und Tauwerk. Eine Viertelstunde später entdeckte der deutsche SAR-Hubschrauber etwa 7,5 Seemeilen (14 Kilometer) nordöstlich der Südostspitze Fehmarns in Höhe von Staberhuk einen leblosen Körper - es handelete sich um den 45 Jahre alten Deckmann. Gegen 20.50 Uhr entdeckte der SAR-Hubschrauber dann weitere Wrackteile. Wenige Minuten darauf fand die Besatzung der "Hans Hackmack" ebenfalls eine leblose Person im Wasser - den 52-jährigen Kapitän des Kutters. Auch ihn konnten die Seenotretter nur noch tot bergen. Einer der Männer habe sich noch einen Rettungsring umgelegt, sagte Christian Stipeldey von den Seenotrettern. Rettungswesten hätten die beiden Männer jedoch nicht getragen, als sie gefunden wurden.

Wie es zu dem Unglück kam, und ob der Kutter untergegangen ist, war zunächst unklar. Die Seemänner galten als sehr erfahren. Sie seien regelmäßig zu zweit von Burgstaaken aus mit ihrem Kutter zum Fischen gefahren, sagte der Hafenmeister Peter Ollhoff. „Ich habe die beiden Männer persönlich gekannt und vor zwei oder drei Tagen zum letzten Mal gesehen.“ Probleme an dem Fischkutter habe es nicht gegeben, sagte Ollhoff. Das Schiff sei vor Kurzem gewartet und die Maschine erneuert worden. 

Mit südlichen Winden der Stärke 4 (bis 28 km/h Windgeschwindigkeit) sei das Wetter am Samstagabend „absolut moderat“ gewesen, sagte Stipeldey. Über Funk hätten die Seenotretter keinen Notruf empfangen. Auch eine Seenotboje wurde zunächst nicht gefunden. Eine solche ist normalerweise an Bord jedes Schiffes und setzt einen automatischen Notruf ab, wenn ein Schiff sinkt und die Seenotboje mit Wasser in Berührung kommt.

Louis Gäbler (LN)/ dpa

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