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Ostholstein Fissauer wehren sich gegen Pflege-Komplex
Lokales Ostholstein Fissauer wehren sich gegen Pflege-Komplex
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22:10 27.07.2018
Eutin

Projektentwicklerin Mareike Kappenberg hatte den 22 Anwesenden aus der Dorfschaft die Vorstellungen der Immac Sozialbau GmbH auf dem Grundstück Ecke Leonhard-Boldt-Straße/Prinzenholzweg (Haus Bethesda) am Donnerstag erläutert. Vertreter der politischen Fraktionen und Bürgermeister Carsten Behnk sowie Bauamtsleiter Henning Schröter hörten ebenfalls zu – sie kannten das Projekt in groben Zügen bereits aus einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 1. März.

Die Immac plane den Neubau einere stationären Pflegeeinrichtung mit 100 Betten sowie eine Demenzstation mit weiteren 31 Plätzen, sagte Mareike Kappenberg. Stationär bedeute, dass jeder Bewohner ein eigenes Zimmer (16,5 bis 18 Quadratmeter groß) und ein eigenes Bad habe und je nach Pflegegrad versorgt werde. Er könne darüberhinaus eine Bibliothek, Aufenthaltsräume und ein Café nutzen, erläuterte Projektleiter Olaf Schau auf Anfrage aus der Runde. Betreiber des Seniorenzentrums solle die Nova Viva GmbH werden, die unter Geschäftsführer Carsten Nemitz bereits drei Seniorenresidenzen in Ascheberg, Dersau und Tensfeld hat.

Auf die 18000 Quadratmeter große Fläche unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Turms will die Immac drei Gebäudekörper mit Verbindungsgängen setzen. Die Erschließung solle von der Leonhard-Boldt-Straße aus erfolgen, die mittlerweile 44 vorgesehenen Parkplätze (im März war nur von 27 Stellplätzen die Rede) sollen parallel zur Malenter Landstraße entstehen. „Wir rechnen mit einer Baugenehmigung für Juli 2019, dann könnte im September Baubeginn und im Dezember 2020 Fertigstellung sein“, sagte die Projektleiterin. Sie räumte allerdings ein, dass bisher nur der F-Plan nutzungskonform sei. Baurecht müsse noch geschaffen werden.

Dies und die Aussage von Bauamtsleiter Schröter – „es handelt sich um ein Privatgrundstück. Wir sind als Stadt und Stadtvertretung in der Lage mitzureden“ – macht den Fissauern Mut, dass das von ihnen so nicht gewollte Bauvorhaben zu verhindern ist.

Die Bedenken der Anwohner sind vielfältig. Durch die von ihnen als „hässliche Ketten“ (Jochen Danger) und „plumpe Schuhkästen“ (Dr. Georg Färber) bezeichneten Gebäude würden ihre eigenen Immobilien „einen Wertverlust erleiden. Und wir haben viel für unsere Grundstücke bezahlt“, sagte Knud Gomlich. Jetzt wohne man in einem Idyll, die große Anlage würde aber Einfluss auf ihre Wohnqualität haben, befürchten die Nachbarn. Die Anzahl der von Immac vorgesehen Parkplätze sei zu gering: Prinzenholzweg und Boldt-Straße würden dichtgeparkt, fürchten sie. Das sei ein Risiko für Kinder. Das höhere Verkehrsaufkommen durch den Neubau könne noch andere Folgen haben: „Dann klopft die Stadt bei uns an wegen der Sanierung der Straße.“

Der Bauamtsleiter stimmte in Sachen Gestaltung zu: „Auch vonseiten der Stadt gibt es Bauchschmerzen. Ich bin nicht glücklich damit und möchte Verbesserungen erreichen.“ Die Dorfschaft fasste einen einstimmigen Beschluss: „Der vorgestellte Entwurf wird abgelehnt. Die Gebäude sind im Kontext der Umgebung zu groß. Sie werden optisch und gestalterisch nicht befürwortet.“ Die Immac solle nachbessern: am besten die Zahl der Plätze halbieren, kleinteiliger bauen, Tiefgaragen errichten und ansprechende Materialien wie Holz und Klinker für die Fassaden verwenden. „Wir müssen ausloten, in welchem Rahmen wir anpassen können“, war die Reaktion von Olaf Schau.

Von Ulrike Benthien

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