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Ostholstein Flirrende Landschaften und angedeutete Figuren
Lokales Ostholstein Flirrende Landschaften und angedeutete Figuren
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23:18 10.05.2016

Kalendarisch beginnt der Sommer am 21. Juni, die LiteraturGalerie64 stimmt zeitig auf ihn ein: „Sommerstücke“ heißt die Ausstellung mit Malerei von Susanne Wind und Skulpturen von Hans-J. Müller, die am 22. Mai eröffnet wird (bis 10. Juli).

Etwas Flirrendes haben die Bilder der Hamburgerin an sich, der Betrachter spürt förmlich die Wärme brennend heißer Juli- und Augusttage, fühlt auf anderen unter Bäumen und am Wasser die Trägheit, die einen im nur um weniges kühleren Schatten überkommt. Susanne Wind liebt Landschaften, hat sie von jeher gemalt, ohne Ausflüge in andere Genres. Besonders angetan hat es ihr die norddeutsche Landschaft: „Auf Motivsuche durchstreife ich ganz Schleswig-Holstein.“ Auch in Ostholstein ist sie häufig fündig geworden, wie die Ausstellung in den Räumen von Hilde und Hartmut Gewert zeigt. Das Galeristen-Paar ist selbst zum Objekt geworden: „Gewerts im Garten unter den drei Birken“ heißt ein Bild, das nach dem ersten Kennenlernen und dem Erinnerungsfoto von einem heiteren Nachmittag entstanden ist.

Diese Herangehensweise hat sich Susanne Wind seit vielen Jahren zu eigen gemacht: Sie fotografiert analog, nach der Dia-Auswahl wird gemalt. „Freiheiten nehme ich mir in der Farbwahl, außerdem bricht die Lockerheit im Pinselstrich die Fotografie auf“, beschreibt sie. Dadurch, dass sie kein Schwarz verwende, würden ihre Bilder — in Eitempera gemalt — weicher wirken.

Susanne Wind, Jahrgang 1965, seit 1991 freie Künstlerin, hat „Ehrfurcht vor der Natur. Ihr Erhalt ist ein großes gesellschaftliches Thema.“ Beim Eintauchen in ihre Landschaften werden Kindheitserinnerungen hochgespült: Kleekränze winden, Mohnblumen pflücken. Ein großes Thema sind Wege: „Vor allem Wege am Wasser, aber auch urbane.“ Figürliches habe sich erst in den vergangenen sechs Jahren in ihre Arbeiten eingeschlichen. Wasser, viel Grün, Blumen als Details — das passt in diesem Jahr ganz besonders nach Eutin. „Die Auswahl der Bilder haben wir auch im Hinblick auf die Landesgartenschau getroffen“, sagt Hilde Gewert.

Eine Balance zwischen Mensch und Umwelt sucht und findet Hans-J. Müller. Der Bildhauer aus Bremen, Jahrgang 1952, hat viele Großskulpturen geschaffen, die deutschlandweit im öffentlichen Raum stehen.

Aus übrig gebliebenen Blöcken — er arbeitet mit Muschelkalk, Travertin, Bronze, Eisen, Marmor, Holz — sind kleinere Skulpturen entstanden: immer Figuren in Architekturformen. Das können Bögen, Schrägen, Kuben sein. Die Form sei zuerst da, erklärt Müller, die Figuren erwüchsen daraus. Sie sind nie ausgeformt, der Betrachter erkennt Menschen nur an Umrissen, Taillen und Schultern sind angedeutet, Gesichter, Augen, Nasen, Münder werden erahnt.

29 Skulpturen hat Müller mitgebracht, ein Großteil ist im Backsteinkellergewölbe platziert: „Das passt ganz wunderbar“, findet auch der Künstler. Zur Ausstellung habe er für manche Skulpturen noch Namen finden müssen. Es sollen Titel sein, die ein Lächeln hervorrufen. „Was wollt ihr denn?“ Auf die Deutung ist er ebenso neugierig wie auf das, was Besucher in seinen Werken sehen. ben

LN

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