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Ostholstein Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Bosau soll verstärkt werden
Lokales Ostholstein Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Bosau soll verstärkt werden
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20:17 04.01.2016
Anne Holtz (links) und Thomas Zechlin laden gemeinsam mit Ina Kibbel alle ehrenamtlich tätigen Helfer sowie weitere Interessierte aus der Gemeinde Bosau zu einem Flüchtlingshilfe-Treffen ein. Quelle: Düvell-Veen

Anne Holtz und Thomas Zechlin haben in ihren Leben schon viel erreicht und erlebt. Jetzt wollen beide anderen Menschen Zeit schenken. Sie kümmern sich um die in der Gemeinde Bosau lebenden Flüchtlinge und animieren andere Bewohner, es ihnen nachzumachen. Dies alles geschieht in enger Zusammenarbeit mit Ina Kibbel aus Hassendorf sowie mit denen, die schon Flüchtlingsarbeit leisten.

Bei Anne Holtz laufen die Fäden zusammen für ein in Bosau geplantes Treffen (siehe Info-Kasten). Die 67-Jährige wurde in Thürk geboren, machte ihr Abitur an der Weber-Schule in Eutin, lernte zunächst den Beruf der landwirtschaftlich-technischen Assistentin und ließ sich dann zur Gymnasiallehrerin für die Fächer Biologie und Erdkunde ausbilden. Sie arbeitete viele Jahre in Hamburg, hatte dort aber ständig Heimweh nach Thürk. Dorthin kehrte sie im Sommer 1996 zurück. Inzwischen ist sie Pensionärin.

Der 65-jährige Frauenarzt Thomas Zechlin war bis Mai vergangenen Jahres Oberarzt an der Gynäkologie in den Eutiner Sana-Kliniken. Er lebt seit 1990 in Hutzfeld und sagt: „Wenn ich in einer Gemeinde wohne, dann muss ich mich dort auch einbringen.“ Durch Vermittlung von Ina Kibbel kümmert er sich um eine Familie aus Syrien — um die Eltern und ihr 19 Monate altes Kind sowie um den Bruder des Mannes. Zechlin organisiert für sie den Fahrdienst zum Deutschunterricht und begleitet sie auch zu Ämtern.

Die Veranstaltung am Donnerstag, 14. Januar, steht unter der Fragestellung „Wie können wir Flüchtlinge in der Gemeinde Bosau unterstützen?“ Eingeladen zu dem Abend ist auch Johannes Acker, seit November im Amt Großer Plöner See zuständig für die Integration von Migranten.

Nach den Vorstellungen der Veranstalter soll an dem Abend zunächst eine Bestandsaufnahme erfolgen. Dann wird aufgelistet, welche Hilfe es in der Gemeinde Bosau bereits gibt und wer was macht. Wichtig sei auch, bekannt zu geben, wo die Helfer selber Hilfe bekommen können. Denn Anne Holtz kennt es aus Erfahrung: „Ich muss wissen, wie viel ich machen kann, und ich muss auch mal ,Nein‘ sagen können.“

Wichtig sei zudem der Informationsfluss, damit „nicht alles doppelt und dreifach angeboten wird““

Wenn dies alles erledigt sei, könne auch über die Gründung eines Vereins gesprochen werden. Der ist nach Meinung der Initiatoren notwendig, damit Spendengeld angenommen werden kann. „Als Privatmann möchte ich das nicht entgegennehmen, denn dann bin ich angreifbar. Außerdem können Spenden für einen Verein steuerlich abgesetzt werden“, so Zechlin.

Von dem Geld könnten dann Dinge bezahlt werden, für die die öffentliche Hand keine Mittel hat. Holtz und Zechlin denken im weitesten Sinne an Kunst und Kultur, beispielsweise an den Kauf von Musikinstrumenten für Kinder.

Von der Zusammenkunft und dem Zusammenwirken vieler Menschen in der Gemeinde Bosau versprechen sich die Initiatoren einiges. Vielleicht, so überlegen sie, gibt es ja noch weitere Menschen, die bereit sind, Zeit zu geben. Die könnten dann Deutsch unterrichten, könnten die Flüchtlinge zu Ärzten und Ämtern begleiten oder sie zur Tafel fahren.

Bei einem ganz weiten Blick in die Zukunft sieht Anne Holtz ein „rauschendes Sommerfest“. Wenn die Flüchtlinge in der Kommune schon ein wenig heimisch geworden sind, dann könnte es beispielsweise diese fröhliche und bunte Zusammenkunft zwischen Bewohnern der Gemeinde Bosau und den Flüchtlingen geben.

Ein ganz großer Wunsch ist auch der, dass Flüchtlinge anderen Flüchtlingen helfen. Zechlin und Holtz wissen: „Wenn man immer nur etwas bekommt und nie etwas geben dann, dann gibt es ein Ungleichgewicht.“

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beginnt am Donnerstag, 14. Januar, um 17 Uhr im „Haus Schwanensee“ in Bosau, Plöner Straße 15-19.

Anmeldungen für die Versammlung nimmt Anne Holtz entgegen bis Freitag, 8. Januar. Erreichbar ist sie unter Telefon 04527/1368 (Anrufbeantworter) und per E-Mail an die Adresse a.holtz.gmx.de.

Christina Düvell-Veen

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