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Foto-Verbot im Schwimmbad: Besserer Schutz der Badegäste

Ostholstein Foto-Verbot im Schwimmbad: Besserer Schutz der Badegäste

Kamera-Sticker für die Linse – Bilder sollen nicht ungewollt ins Internet.

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Hamburg. /Niendorf/Eutin/Malente. Die Badesaison nimmt an Fahrt auf, und die sozialen Netzwerke sind voll mit Bildern der User beim Sonnen mit Freunden im Freibad und von den ersten Planschversuche der lieben Kleinen. Dabei allerdings oft auch im Hintergrund: leichtbekleidete Menschen, die wahrscheinlich nicht wissen, dass ihr Foto gerade auf Instagram und Co.

LN-Bild

Kamera-Sticker für die Linse – Bilder sollen nicht ungewollt ins Internet.

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gepostet wurde. Um die Badegäste für das Thema zu sensibilisieren, hat die Bäderland Hamburg GmbH vor einem Jahr zunächst ein Fotoverbot erlassen und stellt ihren Gästen künftig Kamera-Sticker zur Verfügung, mit denen die Linse von Smartphones abgeklebt wird. Gute Idee oder übertrieben?

Die Nutzung der Kamera-Sticker ist freiwillig, betont Michael Dietel, Sprecher der Bäderland GmbH. In einer Woche sollen sie erstmals zum Einsatz kommen. Dann können sich die Gäste an bereitgestellten Spendern bedienen. „Es ist für uns ein Instrument der Sensibilisierung“, erklärt Dietel. Die Allgegenwärtigkeit von Smartphones, die zunehmend bessere Auflösung ihrer Fotos und Videos – und der Weg ins Internet sei meist nur ein paar Klicks entfernt. Dabei gehe es um den „Beifang“ der Bilder – die Menschen im Hintergrund in einem sensiblen Bereich wie einem Schwimmbad. Wer den Sticker nicht haben will, kann sein Handy trotzdem benutzen, sagt Dietel. „Er muss aber damit rechnen, vom Badpersonal angesprochen zu werden.“

Wiebke Lender, Betriebsleiterin im Meerwasser-Hallenbad Niendorf, sieht die Sticker-Idee skeptisch. „Unsere Aufgabe ist es, die Sicherheit im Wasser zu gewähren. Da können wir nicht die Badegäste kontrollieren.“ Im Niendorfer Bad ist Fotografieren tabu – unter Wasser grundsätzlich, ansonsten mit Ausnahmen. „Wenn Eltern ihr Baby beim ersten Bad fotografieren wollen, dann wird es auf Bitten erlaubt“, erläutert Lender einen solchen Ausnahmefall. Wer das Fotografierverbot missachtet und etwa fremde Kinder vor die Linse nimmt, wird aufgefordert, die Bilder zu löschen. Konflikte habe es schon gegeben, „aber meistens lässt sich das in einem netten Gespräch klären“, sagt die Leiterin.

Ob im Freibad oder Hallenbad – Fotografierverbot gilt seit 2016 auch in Eutin. „Ausnahmen sind in Absprache mit dem Bademeister aber möglich“, erklärt Christian Kulessa, technischer Leiter bei den Stadtwerken Eutin und damit für die Bäder zuständig. Probleme habe es zwar keine gegeben, aber wegen Vorfällen in anderen Bädern habe man sich für eine klare Regelung entschieden. Bislang habe sich auch niemand darüber beschwert. Pragmatisch geht Reiner Coen, Bademeister im Strandbad Malente, die Sache an. Verbindliche Regeln gibt es nicht, also hat Coen eine persönliche Handhabe entwickelt.

Sollte jemand gezielt andere Badegäste fotografieren, schreite er ein. Aber bislang habe es keine Zwischenfälle gegeben. „Das ist Natur hier. Viele wollen den See, die Insel und das Strandbad selbst fotografieren“, zeigt Reiner Coen Verständnis, wenn mal die Handys zum Einsatz kommen.

Keinen Bedarf für Kamera-Sticker sieht man im Hallenbad Bad Segeberg. „Wir haben zwar ein Fotoverbot in der Hausordnung“, sagt Leiterin Bianca Lobsien, doch komme es eher selten vor, dass ein Gast ein Handy oder eine Kamera mit in den Schwimmbereich nehme. „Höchstens mal bei einem Kindergeburtstag.“ Dann werde erlaubt, ein paar Bilder der eigenen Kinder zu schießen, bevor das Telefon wieder im Spind verschwindet. Bei Unterwasser-Bildern hört aber auch bei Lobsien die Toleranz auf.

Differenziert sieht Barbara Körffer, stellvertretende Landesdatenschutzbeauftragte, das Thema. Einerseits sprächen schutzwürdige Interessen für ein Fotoverbot, gerade in sensiblen Bereichen wie einem Schwimmbad. „Aber es schränkt die Handlungsfreiheit ein.“ Prinzipiell begrüßt sie es, dass sich die Bäder Gedanken machen. Denn es gebe häufiger Beschwerden von Menschen, die ungefragt auf veröffentlichten Bildern erschienen – nicht nur in Schwimmbädern.

Ab wann werden Fotos strafrechtlich relevant? Das sagt die Polizei:

Eine strafrechtliche Relevanz kann auftreten, wenn Fotos einer Person angefertigt und veröffentlicht werden, ohne dass eine Zustimmung dieser vorliegt. Ausnahmen bestehen, wenn ein zeitgeschichtliches Ereignis dokumentiert wird oder die Personen nur „Beiwerk“

einer Aufnahme sind.

Das bloße Fotografieren steht unter Strafe, wenn der „höchstpersönliche Lebensbereich durch Bildaufnahmen verletzt wird“ – etwa in Umkleide-, Toiletten- und Duschräumen. Verboten ist zudem die Verbreitung von Aufnahmen, die dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich schaden können. Ebenfalls verboten sind das Fertigen, Anbieten und die Verbreitung von Bildern, die die Nacktheit von Personen unter 18 Jahren zum Gegenstand haben.

Nadine Materne und Arnold Petersen

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