Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Franck‘sche Tannen: Nur die Hälfte des Gebietes soll Bauland werden
Lokales Ostholstein Franck‘sche Tannen: Nur die Hälfte des Gebietes soll Bauland werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:30 24.10.2013
Zwischen Schaarweg und Wiesenstraße, hier rund umstrichelt, könnte zur Hälfte ein Baugebiet entstehen. Quelle: hfr
Pelzerhaken

2,7 Hektar — eine Fläche etwa so groß wie vier Fußballfelder — sorgen seit April für Diskussionen in Pelzerhaken. Zwischen Schaarweg, Wiesenstraße und Rettiner Wiesen liegen die Franck‘schen Tannen. Die Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, möchte das Grundstück loswerden und als Bauland ausweisen lassen. Viele Bürger wollen dies nicht, fürchten um das „letzte“

bisschen Grün. Mittwochabend stand das Thema zum dritten Mal in diesem Jahr auf der Agenda einer Bauausschuss-Sitzung. Am Ende gab es einen Kompromiss.

Bevor dieser feststand, berichtete Eckhard Buchwald vom Neustädter Bauamt, dass die Erbengemeinschaft in einem Schreiben mitgeteilt hat, dass die Fläche ursprünglich eine Koppel mit vereinzelten Eichen war. „Vor dem Krieg wurden Fichten gepflanzt, um sie als Weihnachtsbäume zu verkaufen“, las Buchwald vor. Der Zweite Weltkrieg habe dies aber verhindert. Später seien Ferienhütten entstanden, die aber seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt werden und verwildern. „20 erhaltenswerte Eichen stehen noch. Zudem gibt es Reste alter Fichten und Pappeln. Das Wäldchen müsste aufgeforstet werden“, so Buchwald.

Dr. Friedrich Völtzer, Sprecher der Erbengemeinschaft, war ebenfalls anwesend und sagte, dass er bereits seit 2005 versuche, eine Nutzungsänderung zu erreichen, um das Gelände zu veräußern. „Unser Interesse ist es, das Grundstück ganz aus der Hand zu geben. Sollte abgelehnt werden, es komplett zu bebauen, so käme höchstens in Frage, dass Gelände zu verschenken.“

Grünen-Politiker Willy Heckel regte an, dass die Stadt die Fläche kauft oder pachtet. „Wollen wir den letzten Teil Pelzerhakens noch zupflastern? Wir als Stadt sollten das Wäldchen aufforsten.“

Dieser Idee erteilte Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) eine klare Absage. „Das ist angesichts unserer defizitären Haushaltslage undenkbar. Entweder wir lassen das Gebiet so, oder wir weisen es als Bauland aus“, betonte Batscheider. Völtzer sagte zudem, dass die Erbengemeinschaft nicht verpachten wolle.

Schließlich regte SPD-Mann Klaus Krohn an, die Fläche zu teilen. „Wir könnten den vorderen Teil bebauen lassen und im hinteren Bereich bleiben die Bäume stehen.“ Das Votum der Mitglieder viel eindeutig aus. Sieben Ja-, zwei Nein-Stimmen. Die Planung kann somit vorangetrieben werden. Zuvor hatte die Mehrheit des Ausschusses abgelehnt, die 27 000 Quadratmeter komplett zu bebauen.

Abzuwarten bleibt, wie Bürger wie Uwe Morgenroth aus Pelzerhaken mit dieser Entscheidung umgehen. Er kritisierte bereits während der Sitzung die eingereichten Ergebnisse zur FFH-Verträglichkeit für die angrenzenden Rettiner Wiesen sowie das Artenschutzgutachten. „Die Analyse ist keine. Es muss eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung erfolgen“, so Morgenroth. Bauamtsleiterin Antje Weise entgegnete, dass die Prüfer wissen werden, was sie getan haben.

Sebastian Rosenkötter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bläserkreis der Nordkirche spielt morgen in Gleschendorf alte und zeitgenössische Musik.

24.10.2013

Nach einjähriger Produktionszeit im eigenen Tonstudio von Chorleiter und Produzent Christian Newe ist nun auch die zweite CD des Holy Harbour Gospel Choir fertig.

24.10.2013

Gemeindevertreter übten den Schulterschluss zum Erhalt des wichtigen Treffpunkts.

24.10.2013
Anzeige