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Ostholstein Franzose an Fähre ausgeraubt - Flüchtlinge unter Verdacht
Lokales Ostholstein Franzose an Fähre ausgeraubt - Flüchtlinge unter Verdacht
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09:10 11.01.2016
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Puttgarden/Neustadt

Seit Monaten fürchten französische Juden in Paris und anderen Städten des Landes um ihre Sicherheit. Nun ist einer von ihnen in Ostholstein Opfer eines Raubes geworden. Der 49-Jährige hatte Verwandte in Skandinavien besucht und war wieder auf der Heimreise, als er nach Auskunft der Polizei am gestrigen Sonnabend gegen 5.30 Uhr von zwei Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan auf Fehmarn im Warteraum des Fährbahnhofs angegriffen worden sein soll.

Der Franzose trug eine Kippa, eine Kopfbedeckung, wie sie gläubige jüdische Männer aufsetzen, als er im Warteraum auf die beiden Flüchtlinge traf. Sie wollten am Vortag nach Skandinavien reisen, allerdings wurde ihnen aufgrund fehlender Ausweispapiere an der dänischen Grenze die Einreise verweigert. Nun sollten beide mit dem Zug zur Erstaufnahmeeinrichtung nach Neumünster fahren.

Der Franzose soll von dem 30-jährigen Syrer und einem 19 Jahre alten Afghanen als "Ehud" (das arabische Wort für "Jude") beschimpft worden sein. Nach Auskunft eines Polizeisprechers rissen sie den Mann zu Boden, traten ihm auf die Hand und nahmen ihm Umhängetasche, Bargeld, EC-Karte sowie Bahnticket und Handy ab.

Die Festnahme der Flüchtlinge erfolgte im Zug am Bahnhof in Neustadt durch Beamte des dortigen Polizeireviers. Die Beute wurde allerdings weder bei den Männern noch im Zug gefunden.

Der Überfallene musste ärztlich behandelt werden, konnte anschließend aber seine Heimreise nach Frankreich fortsetzen. Die Lübecker Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaftbefehle für die Flüchtlinge, beide wurden am heutigen Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Er folgte zwar dem Antrag der Staatsanwaltschaft, allerdings wurden die erlassenen Untersuchungshaftbefehle mit Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt.

Nach Auskunft der Polizei befinden sich beide mutmaßlichen Täter wieder auf freiem Fuß. jhw

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