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Ostholstein Frauen belästigt: Exhibitionist vor Gericht
Lokales Ostholstein Frauen belästigt: Exhibitionist vor Gericht
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10:22 17.08.2017
Quelle: fotolia
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Eutin

Wer eine andere Person „durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft“, heißt es im Paragrafen 183 des Strafgesetzbuches – und um eine solche Straftat ging es vor dem Amtsgericht Eutin.

Beängstigend und ekelhaft waren die Situationen, in die ein Rentner aus Ostholstein mehrere Frauen gebracht hat – und dafür ist der 69-Jährige am Mittwoch vom Eutiner Amtsgericht verurteilt worden. Wegen exhibitionistischer Handlungen in drei Fällen ist Manfred S. (Name geändert) eine Geldstrafe von 800 Euro auferlegt worden, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt ist.

„Diese Geschichten darf man nicht herunterspielen“, betonte Richter Otto Witt mit Blick auf die Taten, die die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vorwarf. Demnach stoppte Manfred S. während einer Fahrt durch eine Ortschaft zwischen Eutin und Plön neben einer Passantin, sprach sie aus dem Auto heraus an und hielt in einer Parkbucht. Dort soll der Mann ausgestiegen sein, seine Hose geöffnet und vor den Augen der Frau onaniert haben. Anschließend schlug er ihr laut Anklage sogar vor, man könne doch einmal gemeinsam etwas unternehmen.

Angeklagter erspart Opfern die Aussage

„Können Sie sich vorstellen, dass Frauen in solchen Momenten Angst bekommen?“, hakte Richter Witt nach. Das sei nicht seine Absicht gewesen, beteuerte Manfred S. Er leide aufgrund einer schweren Erkrankung an Inkontinenz, berichtete er zunächst, und habe sich in der geschilderten Situation lediglich erleichtert. Damit konnte er allerdings zwei weitere Taten, die ihm zur Last gelegt wurden, nicht erklären: S. soll sich zwei Mal nahe der „Wunderwelt Wasser“ in Malente ebenfalls vor allein spazieren gehenden Frauen entblößt und onaniert haben. Einem Opfer folgte er dabei eine Zeit lang und blieb eine Weile mit heruntergelassener Hose neben einem Spielplatz stehen.

Nach kurzer interner Beratung erklärte sich Manfred S. schließlich mit einer Verurteilung einverstanden – was den Zeuginnen eine Aussage vor Gericht ersparte. „Für die Frauen hat Ihr Verhalten erhebliche Beeinträchtigungen bedeutet, das darf nicht sein“, gab Richter Otto Witt dem nicht vorbestraften Angeklagten mit auf den Weg. Der 69-Jährige lebt von wenigen Hundert Euro im Monat und muss die 80 Tagessätze à zehn Euro nur zahlen, wenn er sich in den kommenden zwei Jahren etwas zuschulden kommen lässt.

 latz

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