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Ostholstein Frauenpower auf Fehmarn: Erste stellvertretende Wehrführerin
Lokales Ostholstein Frauenpower auf Fehmarn: Erste stellvertretende Wehrführerin
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20:15 22.02.2016
Manuela Jünemann ist Stellvertreterin von Lars Ahlfeld. Quelle: gjs

Die Überraschung im Inselwesten ist geglückt. Als erste der elf Feuerwehren auf Fehmarn hat Petersdorf eine stellvertretende Wehrführerin. Am Sonnabend wurde Manuela Jünemann zur Nachfolgerin von Thorsten Störtenbecker gewählt. Wehrführer bleibt Lars Ahlfeld.

Doch eigentlich ist dieser Schritt nur konsequent. Denn unter den 25 Aktiven der Petersdorfer Wehr sind allein sieben Frauen. Auch die Jugendwehr ist keine reine Männerdomäne. Unter den momentan 21 Nachwuchskräften sind fünf Mädchen.

Und auch im Vorstand der Ortswehr spielen Frauen schon seit vielen Jahren eine gewichtige Rolle. Manuela Jünemann war zuletzt sechs Jahre Kassenwartin, Ingrid Bohnsack sogar fast 18 Jahre Schriftführerin. Sie kandidierte nicht wieder. Nachfolgerin ist aber wieder eine Frau: Marion Störtenbecker. Den Posten von Manuela Jünemann übernimmt Marco Jonas.

Frauenpower im Inselwesten — das nötigte dem anwesenden Kreiswehrführer Thorsten Plath Respekt ab. Denn auch auf Kreisebene seien bislang nur ganz wenige Frauen in diese Männerdomäne vorgestoßen.

Zuletzt wurde vor knapp einem Jahr die damals erst 23-jährige Maria Hagel zur stellvertretenden Wehrführerin in Klein Parin gewählt — die bis dahin jüngste in ganz Schleswig-Holstein (die LN berichteten).

Zurück nach Westfehmarn: Richtig baff war sogar Lars Carstensen, stellvertretender Wehrführer aus dem benachbarten Dänschendorf. „Wir würden ja auch gerne eine stellvertretende Wehrführerin wählen, aber wir haben gar keine Frau in unserer Wehr“, bekannte er mit launigen Worten.

„Das habt ihr aber selbst in der Hand“, konterte Ahlfeld — und scherzte: „Aber man munkelt, ihr wollt gar keine.“ Carstensen nahm‘s mit Humor, widersprach aber trotzdem energisch.

Die 38-jährige Manuela Jünemann reagierte darauf ziemlich gelassen: „Ich war ja schon im Vorstand, jetzt ist das eine neue Aufgabe. Auf die habe ich mich rechtzeitig vorbereitet.“ Zu den ersten Gratulanten gehörte übrigens Ehemann Frank Jünemann, der selbst früher einmal Wehrführer in Petersdorf war. Derzeit ist er Gerätewart. Jünemann wurde in seinem Amt ebenso bestätigt wie Sicherheitsbeauftragter Ralf Schuldt. Neuer Funkwart ist Andreas Pischel.

Dass auf ihn durch die Umstellung auf den Digitalfunk „viel Arbeit zukommt“, prophezeihte Kreiswehrführer Plath. Mit dem neuen Alarmierungssystem „Cobra 4“ müssten aber auch einige Feuerwehrkräfte von der Insel, die tagsüber einsatzbereit sind, künftig mit häufigeren Alarmierungen rechnen, um den Nachbarwehren zu helfen. Plath: „Ich hoffe, es spielt sich alles vernünftig ein.“

2015 hatte die Ortswehr Petersdorf 15 Einsätze. Insgesamt leistete sie genau 1168,5 Einsatzstunden.

Ehrungen

Uwe Westensee wurde gleich doppelt geehrt: für 40 Jahre Mitgliedschaft und — was selten vorkommt — für 40 Jahre aktive Dienstzeit. Dafür erhielt er das Ehrenkreuz in Gold.

Ralf Schuldt ist seit 20 Jahren in der Petersdorfer Wehr, Udo Stephan seit genau einem Jahrzehnt.

Je einen Präsentkorb gab es zum Dank für Thorsten Störtenbecker und Ingrid Bohnsack.

Gerd-J. Schwennsen
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