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Ostholstein Freispruch für jungen Ostholsteiner
Lokales Ostholstein Freispruch für jungen Ostholsteiner
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22:16 29.08.2013

Mit einem Freispruch ist gestern der Prozess gegen einen Ostholsteiner vor dem Lübecker Landgericht zu Ende gegangen. Der 26-Jährige war wegen besonders schwerer Vergewaltigung angeklagt. Tatsächliche Beweise dafür gab es aber nicht — und das angebliche Opfer hatte sich nach Ansicht des Gerichtes in „erhebliche Widersprüche“ verwickelt.

Die Zeugin Tanja R. hatte den Angeklagten Martin P. (beide Namen geändert) kennengelernt, als beide als Ein-Euro-Jobber in einer sozialen Einrichtung in Ostholstein arbeiteten. Monate später behauptete die 28-Jährige offenbar, dass Martin P. sie vergewaltigt und dabei mit einem Messer und einer Schusswaffe gedroht habe. Martin P. zeigte sie wegen übler Nachrede an, woraufhin Tanja R. der Polizei gegenüber ihre Vorwürfe wegen Vergewaltigung wiederholte, was umfangreiche Ermittlungen und dann eben die Anklage nach sich zog.

Auf Freispruch plädierte gestern sogar die Staatsanwältin — besonders mit Blick auf die Aussage von Tanja R. zum Tatgeschehen, die von allerlei Unstimmigkeiten geprägt war: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine solche Tat in wesentlichen Punkten nicht mehr richtig erinnert wird.“ Offen blieb beispielsweise die Frage, warum Tanja R. den Angeklagten überhaupt in seiner Wohnung besucht hatte, nachdem er sie ihren Angaben zufolge bedroht hatte.

Der Verteidiger von Martin P. erklärte, Tanja R. habe seinem Mandaten „einen reinwürgen“ wollen, weil sie nicht wollte, dass ihr Verhältnis mit ihm bekannt wurde. Der Angeklagte hatte ausgesagt, eine mehrere Wochen dauernde Affäre mit der verheirateten Tanja R. gehabt zu haben, wobei es ausschließlich zu „einvernehmlichem Sex“ gekommen sei.

Der Rechtsanwalt von Tanja R., die als Nebenklägerin der gestrigen Sitzung aber fernblieb, wies zwar auf widersprüchliche Angaben einiger Zeugen und Martin P.s hin — das aber fand keine Berücksichtigung.

„Dass der Angeklagte anderen gegenüber die Vergewaltigung zugegeben hat, konnte nicht bestätigt werden“, hieß es in der Urteilsbegründung. Tanja R. habe durchaus Motive für eine „Falschbelastung“

gehabt: „Sie ist verheiratet — und ihre Beziehung zu Martin P. ist bekannt geworden. Außerdem wollte sie sich offenbar gegen die Anzeige wegen übler Nachrede zur Wehr setzen.“

Sabine Latzel

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