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Ostholstein Friedliche Invasion an Fehmarns Himmel
Lokales Ostholstein Friedliche Invasion an Fehmarns Himmel
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20:25 19.10.2013
Ob Krabbe, Krake oder Bär — die Vielfalt der bunten Drachen am Südstrand ist groß. Dutzende der Konstruktionen sind am Himmel zu sehen. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter
Burgtiefe a. F

Fliegende Pilze, Hunde, Taucher, Seeigel, Bären — sie alle flattern durch die Luft, zerren an Seilen, sind ein Spielball des Windes. Dieser hat gestern ordentlich Kraft, einzelne Böen erreichen Geschwindigkeiten von etwa 50 Stundenkilometern. Die Drachenfans stört dies nicht. Aus ganz Deutschland — und so manch einer sogar aus den Niederlanden — sind sie angereist, um am 4. Drachenfestival auf Fehmarn teilzunehmen.

Wer auf die Insel fährt, wird auch von Plakaten und Bannern auf die Veranstaltung am Südstrand in Burgtiefe hingewiesen. Dort angekommen, erwartet die Besucher am Sonnabend ein grauer Himmel mit hunderten Farbtupfern.

Mittendrin kämpft Uwe Künkel mit anderen Drachenbauern gegen Böen und verhedderte Schnüre. „Der Drachen hat einen Durchmesser von vier Metern und er ist 25 Meter lang. Da muss man aufpassen, wie der Wind steht. Ein Drachen in dieser Größenordnung hat richtig viel Kraft“, erklärt der gebürtige Großenbroder. „Deshalb trage ich auch Handschuhe, sonst können die Schnüre in meine Hände schneiden“.

Damit die Drachen nicht einfach davonfliegen, sind die Seil-Enden mit Ankern an Säcken gesichert, die mit rund 1,5 Kubikmetern Sand gefüllt sind. „Wir haben hier keinen Deich, wo wir den Anker befestigen können, aber so geht es auch“, erklärt Uwe Künkel. Er berichtet auch, dass die Seile und Schnüre keinesfalls vergleichbar sind mit denen von Lenkdrachen, die viele in Kindertagen über Wiesen, Strände und Felder gezogen haben. „Die halten viel mehr aus, wobei es nicht von der Dicke abhängt, sondern von der Beschaffenheit. Ich habe ein sechs Millimeter starkes Seil, welches 1,2 Tonnen hält“, sagt Künkel.

Auch Olaf Meißner aus Oldenburg nimmt an dem Festival teil. Sein Motto lautet: „Fliegt nicht, geht nicht.“ Er berichtet von Strandmuscheln und Zelten, die er und seine Mitstreiter schon zum Fliegen gebracht haben. „Wir kriegen alles in die Luft. Mein Sohn (8) hat zum Beispiel Drachen aus Folie von Pampers-Windeln. Die eignet sich hervorragend zum Drachenbauen“, so Meißner.

Dass Drachenfliegen nicht nur Freiluftvergnügen ist, sondern auch viel Arbeit und Geschick erfordert, bestätigen beide Männer. Hunderte Stunden und hunderte Euro investieren sie in ihr Hobby. „Wir nähen in der Wintersaison. Dafür nehmen meine Frau und ich uns an den Wochenenden viel Zeit“, sagt Uwe Künkel. Olaf Meißner ergänzt, dass die Saison der Drachenflieger von Ostern bis jetzt läuft.

„Für die meisten ist das Festival hier das letzte in diesem Jahr. Der Wind wird langsam immer stärker und somit für uns zu ruppig. Drachen in der Größe, wie wir sie haben, könnten kaputtgehen, wenn er weiter zunimmt.“

Die Drachen fliegen auch am heutigen Sonntag wieder: Von 10 bis 16 Uhr können sich Besucher das bunte Treiben in Burgtiefe über dem Strand an der Westmole anschauen.

Sebastian Rosenkötter

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