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Ostholstein Frontalcrash und Randale im Vollrausch
Lokales Ostholstein Frontalcrash und Randale im Vollrausch
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21:13 23.01.2017
Frank H. wurde wegen vorsätzlichen Vollrausches zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt und muss dem Polizisten, den er bespuckt hat, ein Schmerzensgeld von 75 Euro zahlen. Außerdem bleibt sein Führerschein mindestens für weitere zehn Monate eingezogen.
Eutin

Die Anklage lautete auf Vollrausch – denn auch der kann bestraft werden, wenn jemand „in diesem Zustand eine rechtswidrige Tat begeht und ihretwegen nicht bestraft werden kann, weil er infolge des Rausches schuldunfähig war oder weil dies nicht auszuschließen ist“, steht im Strafgesetzbuch.

Er sei Alkoholiker, sagte Frank H. (Name geändert), vor jenem folgenreichen Tag jedoch acht Jahre trocken gewesen. Nach Erhalt der Todesnachricht habe er sich absichtlich betrunken, „weil ich mir das Leben nehmen wollte“. Mit über drei Promille setzte er sich hinter das Steuer seines Wagens und wartete in der Kellerseestraße in Malente auf ein anderes Fahrzeug – und dann rammte Frank H. mit seinem Auto absichtlich und mit Vollgas einen Mercedes, der ihm entgegen kam. Dessen Fahrer blieb zwar unverletzt, konnte aber zunächst nicht aussteigen, da der Angeklagte aufs Wagendach schlug und den Mann bedrohte.

Die zum Unfallort gerufenen Polizisten beschimpfte Frank H. ebenfalls und fing sich im Zuge der Auseinandersetzung mit einem Uniformierten einen Faustschlag ein. Schließlich bespuckte er einen Beamten, „mitten ins Gesicht, es war wirklich ekelhaft“, berichtete der Zeuge. Daran könne er sich kaum erinnern, meinte der Angeklagte, er sei erst wieder in der Psychiatrie zu sich gekommen. Dennoch entschuldigte er sich gestern für sein Verhalten.

Eine Bestrafung ersparte ihm das aber nicht: Frank H. wurde wegen vorsätzlichen Vollrausches zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt und muss dem Polizisten, den er bespuckt hat, ein Schmerzensgeld von 75 Euro zahlen. Außerdem bleibt sein Führerschein mindestens für weitere zehn Monate eingezogen.

Jobcenter um 2000 Euro betrogen

Geld ausgeben, das einem nicht gehört: Das verschafft meist nur kurzfristig Erleichterung, wie jetzt auch ein 30-jähriger Ostholsteiner feststellen musste, der gestern vom Eutiner Amtsgericht zu einer Geldstrafe wegen Betruges „durch Unterlassen“ verurteilt wurde. Der Arbeitslose hatte einen Vertrag über den Kauf eines Gebrauchtwagens im Wert von 2000 Euro abgeschlossen und diese Kosten beim Jobcenter geltend gemacht – er brauche den Wagen, um einen Praktikumsplatz annehmen zu können. Tatsächlich überwies das Jobcenter die genannte Summe, der Kaufvertrag wurde anschließend aber wieder aufgelöst. Der Angeklagte zahlte das Geld aber nicht zurück, sondern gab es aus – offenbar vor allem an Spielautomaten, denn er sei „aktiv“ spielsüchtig, erklärte er. Die 2000 Euro muss er jetzt dennoch aufbringen, und dazu 800 Euro, denn das ist die Höhe der Geldstrafe, zu der er verdonnert wurde. latz

latz

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