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Früh dran: Der Raps blüht auf

Klenzau Früh dran: Der Raps blüht auf

In ein paar Tagen werden Ostholsteins Felder wieder gelb — Die meisten Flächen sehen trotz langer Nässe gut aus.

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Landwirt Ernst-August Dohm aus Klenzau zeigt die ersten Rapsblüten. Seine Prognose: Ab dem Wochenende färbt sich der Acker gelb. Im Süden Ostholsteins beginnt die Blüte etwas früher als im Norden.

Quelle: Petersen

Klenzau. „Noch vor gut drei Wochen war der Raps total rot und sah traurig aus“, bemerkt Ernst-August Dohm und verweist auf die Folgen der Staunässe. „Seitdem haben die Pflanzen einen Schub von 30 bis 35 Zentimetern gemacht“, freut sich der Landwirt aus Klenzau und greift nach einem saftig grünen Stängel, der erste zarte Blüten trägt. Ab 15. April werde sich der Acker zunehmend gelb färben, meint er.

„Ein Traumberuf, du gehst aus der Tür und bist sofort an deiner Arbeitsstelle.“ Landwirt Ernst-August Dohm

Die Natur hat seit Ende März einen mächtigen Sprung gemacht. Vor allem aber sind nach dem vielen Regen im ersten Quartal des Jahres die Böden endlich wieder trocken und können befahren werden. Beim Raps, der Ostholstein zum Frühjahr in eine leuchtend gelbe Landschaft verwandelt, gebe es einige Ausfallstellen durch Schädlinge, das habe zugenommen. „Aber die meisten Flächen sehen gut aus“, bestätigt Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck in Lensahn, die Einschätzung von Ernst-August Dohm. Ende April werde es auf Ostholsteins Feldern wieder richtig gelb, im Süden des Kreises noch ein paar Tage eher, prognostiziert Schädlich.

Die Landwirte haben jetzt gut zu tun, heißt es beim Bauernverband. Die Felder werden gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Das Maisland muss vorbereitet werden, der Hafer kommt in den Boden, Ackerbohnen werden gelegt. Der Winter war zwar mild, dennoch gebe es beim Weizen hier und da Frostausfälle, berichtet Schädlich. Denn um den 20. Januar herum sank das Thermometer für einige Tage deutlich auf Minusgrade. Weil aber Schnee fehlte, waren die Pflanzen Wind und Frost schutzlos ausgeliefert. Der Schaden sei aber eher gering.

„Grundsätzlich sieht es bei den Kulturen ganz ordentlich aus“, fasst der Interessenvertreter der Landwirte die Situation auf den Feldern zusammen. Für Ernteprognosen sei es noch zu früh, aber die Perspektive sei doch ganz gut. Mehr Sorgen als die Ernte machten den Bauern ohnehin die Preise. Um mindestens drei Euro, von 18 auf teilweise unter 15 Euro sei der Preis für einen Doppelzentner Weizen gefallen. „Pro Hektar kommen da schnell 250 bis 300 Euro zusammen“, erläutert Schädlich. Auch bei Gerste und Raps sehe es nicht gut aus. „Mit den Preisen sind wir nicht zufrieden“, hält der Verbandsvertreter fest.

Dohm will ausdrücklich nicht klagen. Das ist nicht seine Sache, obwohl auch er die Preisentwicklung selbstverständlich aufmerksam verfolgt. Der 62-Jährige hat seinen Hof 1987 vom Vater übernommen und ganz auf Ackerbau umgestellt. Er kommt gut zurecht, räumt er offen ein, hat einen Gutteil der Ernte schon verkauft, bevor sie eingefahren ist. Und er hat sich gerade einen neuen Schlepper angeschafft — für 130 000 Euro. Auf 175 Hektar werden jeweils zu gleichen Teilen Weizen, Gerste und Raps angebaut. Bald wird Sohn Matthias, Landwirtschaftsmeister wie er, in seine Fußstapfen treten. „Ein Traumberuf“, schwärmt Dohm, „du gehst aus der Tür und bist sofort an deiner Arbeitsstelle.“

Für Dohm hat die Saison im März mit dem Düngen der Felder begonnen: Stickstoff, Schwefel, Kali. Gerade plagt er sich mit einem Problem, das alle 20 Jahre auftrete, wie er erläutert. Weil der Sommer so trocken war, sind die Rapswurzeln so tief in den Boden gegangen, dass die Wurzeln jetzt die Drainage verstopfen. Da der Februar zu nass war, kann die Beseitigung erst jetzt erfolgen. „Der Raps lockert den Boden, er ist in der Fruchtfolge ganz wichtig“, erklärt Dohm. Wichtig sind seine Rapsfelder auch für lokale Imker wie Hinrich Blunck und Oliver Morris aus Eutin. Blunck etwa habe zuletzt 40 Bienenvölker an seinen Feldern aufgestellt, berichtet Dohm.

Er spritzt keine Insektizide, so dass auch keine Rückstände in den Honig gelangen. Dass ein zur Schädlingsbekämpfung wichtiges Insektizid namens Biscaya ab sofort zur Raps-Blütezeit generell nicht mehr eingesetzt werden darf, sieht der Landwirt gleichwohl kritisch. Als Folge könnten die Insekten überhand nehmen, fürchtet er. Denn nun könnten Kohlschotenrüssler und Stängelrüssler ungestört die Pflanzen anbohren und andere Insekten die Bohrlöcher dann mit ihren Eiern verfüllen. Dohm: „Um den Raps habe ich in Zukunft ein bisschen Angst.“

Von Arnold Petersen

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