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Ostholstein Frühe Ostern - und keine Strandkörbe?
Lokales Ostholstein Frühe Ostern - und keine Strandkörbe?
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10:11 27.01.2016
Grundsätzlich geht die Badesaison vom 1. April bis 30. September, so die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Ostholstein - aber gegen eine Ausnahme, die nur Ostern betreffe, sei nichts einzuwenden. Quelle: dpa
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Timmendorfer Strand

Mal angenommen, das norddeutsche Wetter zeigt sich an Ostern 2016 von seiner netten, sonnigen Seite. Da wäre es doch schön, ein Weilchen im Strandkorb zu verbringen und erste Urlaubsgefühle zuzulassen. Doch Obacht: Ostern liegt in diesem Jahr auf einem frühen Termin, währt von Karfreitag, 25. März, bis Ostermontag, 28. März – und die sogenannte Sondernutzung des Strandes ist erst vom 1. April an (bis 30. September) erlaubt. Müssen die bequemen Körbe also womöglich drinnen bleiben, während es an der Küste schon von Gästen wimmelt?

Diese Frage ist auch im Timmendorfer Tourismus-Ausschuss aufgekommen. Gesine Muus, Werkleiterin des örtlichen Kurbetriebs, müht sich um Klärung. „Wir haben eine Verlängerung der Badesaison beantragt“, sagt sie. „Das Gästeverhalten hat sich geändert“, meint der Timmendorfer Hauptamtsleiter Martin Scheel: „Gerade wenn der Sand kälter ist, wie eben in der Vorsaison, ist es wichtig, Strandkörbe anzubieten.“ Zu Ostern sei zwar kein großartiges Geschäft zu erwarten, ergänzt Thomas Voß vom Landesverband der Strandkorbvermieter, der eine Vermietung in Timmendorf betreibt. „Aber das ist ein Service, der zu dieser Zeit zumindest im Zentrum für eine oder zwei Stunden gern genutzt wird und den wir deshalb anbieten möchten.“

Grundsätzlich sei die Badesaison vom 1. April bis 30. September festgelegt, heißt es dazu von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Ostholstein. Der Antrag auf eine Erweiterung beziehungsweise frühere Eröffnung zum 15. März hin sei dementsprechend abgelehnt worden. Aber gegen eine Ausnahme, die nur Ostern betreffe, sei nichts einzuwenden, einer solchen Genehmigung stehe nichts im Wege. Darauf setzen auch die Verantwortlichen in der Gemeinde Scharbeutz. „Wenn sich abzeichnet, dass das Wetter gut wird, werden wir die Ausnahme genehmigung beantragen“, erklärt die Scharbeutzer Bauhofleiterin Bettina Schäfer. „Aber damit werden wir uns erst Mitte März beschäftigen.“

In der Vergangenheit sei es kein Problem gewesen, Strandkörbe an Ostertagen im März aufzustellen, berichtet der Grömitzer Tourismus- Chef Olaf Dose-Miekley, „das haben wir 2008 und 2013 auch gemacht“. Wichtig seien die Strandkörbe auf jeden Fall: „Der Gast hat eine bestimmte Erwartungshaltung in Bezug auf die Ostsee, und Strandkörbe gehören unbedingt dazu.“ Vielleicht würden etwa zehn Prozent der insgesamt 2300 Grömitzer Strandkörbe bereits Ostern an den Strand gebracht, schätzt Dose-Miekley, „damit wird dann ja auch nur ein kleiner Teil der Fläche genutzt“.

Völlig unkompliziert ist die Situation bei den zu Lübeck gehörenden Nachbarn in Travemünde. „Bei uns ist das Aufstellen von Strandkörben vom 15. März bis zum 31. Oktober erlaubt“, sagt Kurdirektor Uwe Kirchhoff, „und wenn die Strandkorbvermieter früh anfangen, finden wir das natürlich gut.“

Die UNB des Kreises Ostholstein werde auf jeden Fall noch einmal ein Schreiben herausgeben und auf die möglichen Ausnahmeregelungen verweisen, heißt es von dort. Und anschließend dürfte die Thematik erst einmal ruhen, denn dass Ostern bereits im März gefeiert wird, ist erst in acht Jahren wieder der Fall: am Ostersonntag, 31. März 2024.

Sabine Latzel

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