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Ostholstein Für 1,45 Millionen Euro: Heilinstitut unter dem Hammer
Lokales Ostholstein Für 1,45 Millionen Euro: Heilinstitut unter dem Hammer
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21:23 23.11.2016
In dem ehemaligen Heilkundezentrum am Kellersee befinden sich mehrere Appartements. FOTO: BEKE ZILL

. Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts drehte sich in der von Major Joachim von Levetzow erbauten Villa an der Eutiner Straße 15 in Sielbeck alles um die Gesundheit. Um 1913 erholten sich chronisch Kranke in dem Sanatorium „Haus Sielbeck“, 1930 war die Villa Genesungsheim der Hamburger Betriebskrankenkasse, ab 1946 erlangte sie als Virologisches Institut Bekanntheit in der Region. 2012 schloss sich der Kreis wieder – Sabine und Mark Rohwer eröffneten das Heilkundezentrum „Animata Charite“. Doch der Traum platzte. Gestern wurde die historische Villa mit dem 9078 Quadratmeter großen Grundstück am Kellersee vor dem Amtsgericht in Eutin zwangsversteigert.

Es fing bei 840 000 Euro an und hörte bei 1,45 Millionen Euro auf: Den Zuschlag bekam am Ende der Schweizer Horst Peter Wurmsee. Was aus dem erstandenen Objekt werden soll, kann der Käufer nicht sagen. „Ich habe noch keine Idee“, gab Horst Peter Wurmsee zu. Auf jeden Fall will es der Selbstständige aus Genf weiterverkaufen. Der Wert könne noch gesteigert werden, meinte der 58-Jährige.

Vier Interessenten waren gestern Morgen zum Termin im Gerichtssaal C erschienen – unter ihnen Horst Peter Wurmsee, der Ehemann einer Gläubigerin. Auch Gläubiger-Anwalt Michael Fischer aus Hamburg war anwesend. Sabine und Mark Rohwer blieben dem Termin fern.

Nach der Belehrung und Einführung in die Zwangsversteigerung durch die zuständige Rechtspflegerin Frauke Wessendorf gab Horst Peter Wurmsee mit 840000 Euro das erste Gebot ab. Der Verkehrswert der eigentlich drei Grundstücke mit Wege- und Leitungsrechten sowie des Gebäudes lag bei 1,756 Millionen Euro.

Kurz vor Ende der Versteigerung wurde ein zweites Angebot eines weiteren Interessenten abgegeben: „900 000 Euro werden geboten“, verkündete Wessendorf. Nun ging es hin und her. 910 000 Euro, 975 000 Euro, eine Million Euro, 1,125 Millionen Euro , 1,1925 Millionen Euro, 1,2 Millionen Euro, 1,35 Millionen Euro, 1,375 Millionen, 1,4 Millionen. Als Wurmsee dann 1,45 Millionen Euro nannte, war für den anderen Interessenten einer Projektberatungsgesellschaft Schluss. „Das reicht“, sagte er und zog sich aus der Versteigerung zurück.

So fiel Wessensdorfs Hammer: Das Bauland von 2000 Quadratmetern, der 318 Quadratmeter große Uferstreifen und das Grundstück mit dem historischen Gebäude, das von 1899 stammt und zwischen 2006 und 2009 komplett saniert wurde, ging an den Höchstbietenden aus der Schweiz.

Ob die zweigeschossige, vollunterkellerte Villa, in der zurzeit noch drei Mieter wohnen, wie vor mehr als 100 Jahren wieder als ein Zentrum für die Gesundheit genutzt wird, kann sich Wurmsee auch vorstellen. „Mal sehen, was daraus wird“, sagte er.

Beke Zill

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