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Ostholstein Für Kiel hat Großenbrode „keine relevante Lärmbelastung“
Lokales Ostholstein Für Kiel hat Großenbrode „keine relevante Lärmbelastung“
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13:21 21.12.2012
Mit mir hat keiner der Herren gesprochen, ich bin überrascht.“ Klaus Reise, Bürgermeister

Das sorgt in der Gemeinde Großenbrode für Kopfschütteln: In Kiel hat man offenbar noch nichts davon gehört, dass stündlich mehrere Züge mitten durch das Dorf donnern und dass nur wenige Hundert Meter von der Ortschaft entfernt die stark befahrene Europastraße 47 verläuft, die den nur wenige Kilometer entfernt lebenden Gremersdorfern immerhin eine Unterführung mit lärmdämmender Verklinkerung eingebracht hat.

In dem vom Land Schleswig-Holstein entworfenen „Lärmaktionsplan“ wird Großenbrode als „Gemeinde ohne relevante Lärmbelastungen“ eingestuft. „Und das, obwohl wir von zwei Seiten praktisch rund um die Uhr ,beschallt‘ werden“, wie Bürgermeister Klaus Reise (Wählergemeinschaft „Bürger für Großenbrode“) feststellt. „Im Norden rollt jede halbe Stunde nach Festmachen eines der Fährschiffe eine wahre Lawine an Brummis und Personenwagen an der Ortschaft vorbei, im Süden sorgt die Bahnlinie Hamburg-Kopenhagen für Unruhe“, so der Bürgermeister. „Mit mir hat nie jemand aus Kiel über dieses Thema gesprochen“, zeigt sich Klaus Reise umso verwunderter über den vorliegenden Entwurf, der jetzt Thema in der Sitzung der Gemeindevertretung war.

Zur Umsetzung der zweiten Stufe der EU-Umgebungslärmrichtlinie sind die Gemeinden verpflichtet, Lärmkarten zu erstellen. Darauf aufbauend sollen dann bis zum 18. Juli 2013 sogenannte Lärmaktionspläne aufgestellt werden. Im Vorwege wurden durch das Land Schleswig-Holstein schon einmal strategische Lärmkarten ausgearbeitet. Im Internet sind diese unter www.umweltdaten.landsh.de/laermatlas veröffentlicht. „Zumindest für Großenbrode liegen einige der Angaben jedoch fernab der Realität“, beanstandet auch Verwaltungsleiter Oberamtsrat Jürgen Zuch.

Wörtlich heißt es in dem Entwurf: „Im Gebiet der Gemeinde Großenbrode wurden auf Grundlage der Lärmkartierung 2012 keine Lärmprobleme und keine verbesserungsbedürftige Situation festgestellt“. „Wozu haben denn die Großenbroder in der Vergangenheit mehrfach gegen den Zuglärm in ihrer Ortschaft demonstriert?“, fragt Klaus Reise.

Besonders schleierhaft scheint den Großenbrodern auch die Feststellung, dass lediglich 20 Wohnungen direkt von dem Straßenlärm auf der E 47 betroffen sein sollen. Zumal allein in der Kurklinik „Baltic“, die am dichtesten an der Straße liegt, jährlich mehrere Hundert Mütter und Kinder Erholung suchen. „Bei ungünstigem Wind ist der Straßenlärm bis in die Dorfmitte zu hören, wenn man auf der Terrasse sitzt“, erklärt der Bürgermeister. Die Gemeinde will jetzt Widerspruch gegen den Entwurf einlegen und verlangt eine nochmalige sorgfältige Überprüfung der Daten und Fakten in der Lärmkarte.

„Auch im Hinblick auf die Hinterlandanbindung der festen Beltquerung sind korrekte Zahlen von Wichtigkeit“, sagt Klaus Reise.

Michael Kirchner

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