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Ostholstein Für Naturforscher Patzelt erfüllt sich ein Lebenstraum
Lokales Ostholstein Für Naturforscher Patzelt erfüllt sich ein Lebenstraum
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22:18 03.12.2015
Alexander von Humboldt hat den Oldenburger Naturforscher Erwin Patzelt auf seinen jahrzehntelangen Forschungsreisen geprägt. Quelle: Klatt
Oldenburg

In Ecuador und Chile verehren ihn die Menschen als den „Humboldt des 20. Jahrhunderts“. Alexander von Humboldt hat den Oldenburger Naturforscher Erwin Patzelt auf seinen jahrzehntelangen Forschungsreisen in Lateinamerika in vielerlei Hinsicht geprägt. „Er war immer mein Vorbild“, sagt Patzelt über Humboldt. Mit seiner Aufnahme in die „Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung“ schließt sich für den Oldenburger nun der Kreis. Patzelt: „Ich betrachte das für mich als eine Auszeichnung.“

2006 wurde Patzelt die Ehrendoktorwürde der Kieler Universität verliehen. Noch einen ganz anderen Stellenwert genießt der 91-Jährige in Lateinamerika. Pflanzen und Tiere wurden dort nach dem Forscher aus Ostholstein benannt, der unter vielen privaten und auch finanziellen Entbehrungen den Naturvölkern in Ecuador und Chile so nahe kam wie sonst kaum jemand. Auch wenn sich — generationsbedingt — beide nie getroffen haben, haben sich doch die Wege von Humboldt und Patzelt immer wieder gekreuzt. Schon in den 1960er Jahren erhielt Patzelt an der Deutschen Schule in Quito in Ecuador Besuch von Mitgliedern der Humboldt-Gesellschaft aus Deutschland. Neun Jahre hatte er dort im Auftrage der Humboldt-Gesellschaft Exkursionen gemacht, Vorträge gehalten und seine Dokumentationsfilme gezeigt.

2003 wurde Patzelt dann anlässlich der 200-Jahr-Feier „Alexander von Humboldt in Ecuador“ in die Deutsche Schule in Quito eingeladen. Die Schule hatte mit Patzelt befreundete Professoren umliegender Universitäten eingeladen und dem deutschen Kollegen für sein Lebenswerk und seine Verdienste um heimische Flora und Fauna einen würdigen Empfang bereitet. Ein Teil von Patzelts Forschungsmaterial befindet sich im Archiv des Deutsch-Chilenischen Bundes in Santiago, weitere Teile in einem Museum in Temuco in Chile. Der Deutschen Schule in Quito hat er sein biologisches und auch völkerkundliches Material überlassen. Der Großteil seines Forschungsmaterials ging jedoch an das Völkerkundemuseum in Hamburg, wo Studierende mit dem umfangreichen Werk Patzelts arbeiten (die LN berichteten).

Noch heute ist Patzelt unermüdlich bei der Arbeit. Für seinen Urenkel stellt er gerade ein Buch mit Fotos seiner Forschungsarbeiten zusammen. Eine Pause gönnt er sich nicht: „Ein Tag, an dem ich nichts schaffe, ist ein verlorener Tag.“

„Ein Tag, an dem ich nichts schaffe, ist ein verlorener Tag.“
Erwin Patzelt

Thomas Klatt

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