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Ostholstein Gab es den Stern von Bethlehem wirklich?
Lokales Ostholstein Gab es den Stern von Bethlehem wirklich?
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20:51 22.12.2017
Ein Krebsnebel, Überrest einer Sternexplosion, kann zwar hell leuchten – kommt aber als Weihnachtsstern eher nicht infrage. BILDER: STERNE-FUER-ALLE.DE, FOTOLIA

Seit der Spätantike bezogen astronomische und astrologische Theorien den Stern von Bethlehem auf verschiedene vor der Zeitenwende sichtbare Himmelsphänomene, um Jesu Geburt genauer zu datieren. Aber:

Als Stern von Bethlehem (auch: Dreikönigsstern, Weihnachtsstern oder Stern der Weisen) wird die Himmelserscheinung bezeichnet, die nach dem Matthäusevangelium Sterndeuter oder Weise zum Geburtsort Jesu Christi geführt hat. Doch hat es den Weihnachtsstern wirklich gegeben?

Welche astronomischen Ereignisse wären geeignet, einen solchen Weihnachtsstern darzustellen? Diplom-Physiker Peter Weinreich, der im Oktober die erste Sternwarte Neustadts eröffnete, hat sich so seine astronomischen Gedanken zu dem Phänomen gemacht:

„Passen könnten Kometen, Supernovae oder Planetenkonstellationen. Kometen waren zu der damaligen Zeit eher ein Zeichen von Bösem und Unheil, passen also nicht so recht in das Bild der Geburt des Messias, des Königs der Juden. Kometen sind gut dokumentiert. Es gab und gibt einen Kometen, der im immer gleichen Rhythmus zur Erde zurückkehrt. Er war im Jahre -12 und im Jahre 66 sichtbar. Alle anderen bekannten Kometen sind nicht hell genug. Kometen kommen also nicht infrage.

Eine Supernova ist der Überrest einer Sternexplosion. Auch hier wissen wir jedoch genau: Zu der Zeit gab es keine Supernova in der Milchstraße. Der Krebsnebel ist ein solcher Supernova-Überrest, der im Jahre 1054 erschien. Er war so hell, dass er sogar am Tageshimmel neben der Sonne sichtbar wurde.

Bleiben noch die Planeten zu prüfen. Tauchen nun der größte Planet des Sonnensystems Jupiter und Saturn zusammen am Himmel auf, so kann das zu einem weithin sichtbaren Ereignis werden. Jupiter wird in den alten Schriften als der Königsplanet beschrieben und der Saturn (im jüdischen Kulturkreis Shabtai genannt) war immer schon der Stern des jüdischen Volkes.

Damit alleine kommen wir jedoch nicht weiter. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass Jesus geboren wurde, als Herodes König war. Dieser lebte 73 Jahre vor Christus bis März vier Jahre vor Christus. Ein Hinweis, dass Jesus zumindest vier Jahre vor unserer Zeitrechnung geboren sein muss. Da zu diesem Zeitpunkt König Herodes die Tötung aller männlichen Kinder bis zum Alter von zwei Jahren angeordnet hatte, um sich der Konkurrenz eines heranwachsenden Königs zu entledigen, kann man schließen, dass die Geburt noch weiter davor lag, etwa sechs bis sieben Jahre vor unserer Zeitrechnung.

Sind Jupiter und Saturn sich einmal im Sternbild Fische begegnet, so könnte dies der Moment der Geburt des Messias gewesen sein. Denn das Sternbild der Fische wurde bereits in Schriften, die weit vor dem Jahre 7 vor der Zeitrechnung datiert werden, als Zeichen der Fruchtbarkeit der Geburt und des Lebens gewertet. Die Himmelskörper sind in alten Darstellungen immer mit einer Nabelschnur verbunden.

Und in der Tat gab es im Jahre 7 vor Christus die Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische.

Es scheint heute klar zu sein, dass Christi Geburt nicht im Dezember des Jahres 0 stattfand. Sicher ist jedoch, dass ein Ereignis stattfand, das mit seiner Strahlkraft weit über die Jahrhunderte die Herzen der Menschen erleuchtete und bis heute wirkt. Egal wie dieses Ereignis in den verschiedenen Sprachen genannt wird und egal wie der Messias heißt, er hat unsere Kultur geprägt und deshalb ist es von untergeordneter Bedeutung, wann es stattfand.“

Für den Neustädter Peter Weinreich steht nach seinen astronomischen Untersuchungen somit eines fest: „Es hat einen Weihnachtsstern gegeben!“

mb

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