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Ostholstein Galaktische Erkenntnisse: Ein „Trekkie“ erklärt die Physik
Lokales Ostholstein Galaktische Erkenntnisse: Ein „Trekkie“ erklärt die Physik
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20:25 16.08.2016
Metin Tolan (51) stellt am Sonnabend in der Oldenburger Buchhandlung „Ton & Text“ sein neues Buch vor. Quelle: Fotos: Hfr, Dpa

James Bond springt einem fallenden Flugzeug hinterher und erreicht es noch in der Luft. Metin Tolan sah die Szene aus dem 007-Film „GoldenEye“ 1995 im Kino und fragte sich: „Kann das gehen?“ Während die übrigen Zuschauer später am Abend über den Film sprachen, berechnete er die jeweilige Dauer des freien Falls.

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„Star-Trek“-Fan Metin Tolan stellt Sonnabend sein neues Buch in Oldenburg vor – Das Werk befasst sich mit der wissenschaftlichen Analyse von Szenen aus der Serie.

Inzwischen hat der bekannte Physiker nicht nur die Erlebnisse des Geheimagenten zu einem Buch verarbeitet: Nach „Geschüttelt, nicht gerührt“ befasste sich Tolan auch mit den physikalischen Voraussetzungen für einen Fußball-Weltmeistertitel und den Gegebenheiten des Titanic-Untergangs. Sein neuestes Werk, „Die Star Trek Physik: Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse“, stellt er am Sonnabend in Oldenburg vor, der Stadt seiner Geburt.

Bei einem solchen „Heimspiel“ sei er doch ein bisschen aufgeregter als bei anderen Vorträgen, gibt Metin Tolan zu, der inzwischen in Dortmund lebt und dort an der Technischen Universität arbeitet. In der Regel säßen hier oben im Publikum viele bekannte Gesichter, Freunde, ehemalige Schulkameraden und vielleicht sogar der ein oder andere seiner früheren Lehrer vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Genau das ist es aber auch, worauf er sich am meisten freut, wenn er morgen Abend in den Norden aufbricht. Es geht zu seiner Schwester nach Eutin, er will alte Freunde wiedertreffen – und der Kfz-Werkstatt seines Vertrauens in Lensahn einen Besuch abstatten. Ihr hält er bis heute die Treue. Viel weiter unten auf seiner Liste stehen derweil Strand und Meer: Die Ostsee, für viele Menschen das „Stück Heimat“ schlechthin, hat auf den Physiker schon früher keinen Reiz ausgeübt. „Ich bin keine Wasserratte“, verrät Tolan. Ohnehin sei er lieber drinnen als draußen – im Sommer sei es ihm zu heiß, im Winter zu kalt. Lachend scherzt er: „Ich erfülle tatsächlich jedes Klischee eines Wissenschaftlers.“

Bis auf das des nüchternen, humorlosen Dozenten. Der 51-Jährige hat sich mit seinen unkonventionellen Vorträgen längst einen Namen als „Wissenschaftskabarettist“ gemacht. Mit Witz und Originalität greift er physikalische Fragen auf. Immer anhand von alltagstauglichen Themen. Wonach er die auswählt? „Ich setze mein Publikum gnadenlos meinen Hobbys aus“, outet sich der Professor schmunzelnd als „Trekkie“. Die Serie habe ihn im Prinzip sein ganzes Leben lang begleitet, erzählt er.

Jetzt will er mit seinem Oldenburger Publikum diverse Szenen analysieren und herausfinden, wie genau die Macher von „Star Trek“ es mit den Gesetzen von Physik und Technik nehmen. Geklärt werden sollen Fragen wie: Müssen wir uns wirklich vor dunkler Materie fürchten? Und könnte sich das berühmteste Raumschiff der Filmgeschichte tatsächlich in der Nähe des Sterns Sigma Draconis befinden?

Einzig ein Aspekt lässt sich nicht anhand physikalischer Kriterien erörtern: die ewige Diskussion der Fans, ob Kirk oder Picard der bessere Captain war. Metin Tolan tendiert etwas mehr zu Picard, wie er zugibt, obwohl diese Aussage „natürlich sehr riskant“ sei. Wissenschaftlich belegen lässt sich die Behauptung aber ohnehin nicht. . .

Hier gibt’s Karten

Metin Tolan stellt sein neues Buch „Die Star Trek Physik: Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse“ am Sonnabend, 20. August, in Oldenburg vor. Beginn ist um 19.30 Uhr bei „Ton & Text“. Karten zum Preis von zehn Euro (ermäßigt acht) gibt es ab sofort in der Buchhandlung. Reservierungen sind unter Telefon 04361/52660 oder per E-Mail an text@tonundtext.de möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Alle Einnahmen aus dem Verkauf des Buches kommen laut Metin Tolan Physikstudenten zugute: Von dem Geld sollen Stipendien finanziert werden, die für die Technische Universität Dortmund vergeben werden. Dort ist Tolan Professor für experimentelle Physik.

Jennifer Binder

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