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Ostholstein Galloway-Rinder im Morast: Witterung ist ein Problem
Lokales Ostholstein Galloway-Rinder im Morast: Witterung ist ein Problem
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22:53 15.02.2016
Kein schöner Anblick: Diese Galloways leben derzeit vor allem im Matsch. Quelle: Fotos: Peter Mantik

Da ist nur brauner Morast. Und die Rinder stehen mittendrin. Zu sehen am und hinter dem Ferienpark sowie auf Weiden am Hohen Ufer.

Aufmerksam geworden auf die Tiere sind Spaziergänger, die sich an die LN wandten. „Als wir die Tiere sahen, waren wir entsetzt“, sagt der eine Spaziergänger, der als Jäger einen Blick für Tiere hat.

Einer der drei betroffenen Landwirte, Harald H. (Name geändert), sagt zu den Vorwürfen: „Der Boden ist durch den vielen Regen tief. Das sieht nicht schön aus, aber die Tiere sind gesund und haben eine Schutzhütte. Ich kann da nichts dran ändern.“ Weiden zum Ausweichen habe er nicht. Er verweist aber darauf, dass es sich um sehr robuste Tiere handelt. „Die können das ab.“ Weiter betont der Bauer, dass die Tiere sehr bequem seien und die grünen Flächen ihrer Weide nicht nutzten. Er selbst habe die Weide von der Stadt Heiligenhafen gepachtet.

Ein anderer Landwirt, Robert R. (Name geändert), erklärt: „Unsere Tiere an der Nordweide weichen in einem Monat wegen des Wohnmobilstellplatzes. Der Zustand der Weide ist der extremen Witterung geschuldet. Unsere Tiere aber sind bestens ernährt und bei guter Gesundheit.“

Klaus Dürkop vom Nabu Heiligenhafen bewertet die Situation der Rinder dennoch kritisch, sagt: „Die Landwirte reden sich raus.“ Es handle sich auch nicht um eine Momentaufnahme. „Dieser Zustand ist seit Monaten so. Die Tiere halten das eine Weile aus. Dies aber ist bedenklich.“ Es handle sich um eine Überweidung. Zu viele Rinder auf zu wenig Land. Und um ein Tierschutzproblem.

Entwarnung dagegen gibt der Fachdienst Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (Veterinärbehörde) des Kreises. Der schaute sich gestern die besagten Herden an.

Pressesprecherin Anja Sierks-Pfaff erläutert: „Die Zufütterung mit Raufutter sowie die Tränkeversorgung ist seitens des Tierhalters sichergestellt. Als Witterungsschutz dient zum einen der Unterstand sowie eine Strohmatte als Wärmeisolierung nach unten. Die tierschutzrechtlich geforderte tägliche Kontrolle seitens des Tierhalters erfolgt.“ Die Gesamtkonstitution der Rinder sei derzeit als gut zu bewerten. Sierks-Pfaff: „Nach entsprechender Besserung der Witterungsverhältnisse wird auch der Untergrund wieder in den Normalbereich verschoben.“

Einer der führenden Galloway- Züchter in Schleswig-Holstein, Timm Boye aus Jahrsdorf, erklärt: „So viel Regen hatten wir noch nie. Für die Tiere und Weiden ist das nicht schön. Ich habe meine Tiere reingeholt.“

Grundsätzlich seien Galloways sehr robust. „Es wäre aber das Beste, sie auf grüne Weiden zu versetzen.“ Man müsse sich zusätzliche Flächen suchen, aber das sei schwierig.

Haltung

Galloway-Rinder sind robust, widerstandsfähig, langlebig und geeignet für ganzjährige Freilandhaltung. Im Winter sollen pro Tier und Tag zehn Kilogramm Heu zugefüttert werden, auch die Versorgung mit Mineralien muss gewährleistet sein. Es sollen nur ein bis zwei Rinder pro Hektar gehalten werden. Im Winter eignen sich kleine Unterstände, Hecken und Knicks als Wind- und Wetterschutz. Die Tiere sollen nicht in geschlossenen Ställen gehalten werden.

Peter Mantik

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