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Ostholstein Ganztagsschule: Debatte beginnt von vorn
Lokales Ostholstein Ganztagsschule: Debatte beginnt von vorn
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20:19 05.02.2016
Déjà-vu im Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten: In der jüngsten Sitzung wurde die Diskussion um die Raumnot an der Oldenburger Grundschule am Wasserquell wieder aufgerollt — letztlich mit dem gleichen Ergebnis. Eine bauliche Lösung wird es kurzfristig nicht geben; zunächst soll das grundlegende Konzept für die Zukunft der Schulen entwickelt werden. Stattdessen brachten die Kommunalpolitiker das Gespräch zurück auf die Möglichkeit, die Klassenräume für die Nachmittagsbetreuung zu nutzen — was Rektorin und Leiterin der Offenen Ganztagsschule (OGS) bereits mehrfach als „nicht machbar“ bezeichnet hatten.

„Für die Betreuung sind Klassenräume ungeeignet.“

Britta Klaffke, OGS

105 Kinder werden laut OGS- Leiterin Britta Klaffke derzeit nach dem Unterricht betreut. Es sei wahrscheinlich, dass sich die Zahl nach den Sommerferien weiter erhöhe. Schon jetzt mangelt es an Platz, weshalb die Schule für die OGS zurzeit auf Fachräume verzichtet. Rektorin Elke Hansen-Wohlfahrt hatte jedoch bereits gewarnt, dass das keine Dauerlösung sein könne.

Container hatte die Politik mit Blick auf die Kosten von bis zu 100000 Euro abgelehnt. Stattdessen soll nun im Rahmen der Beratungen über das Schul-Gutachten eine langfristige Lösung erarbeitet werden. 2015 wurden alle Schulgebäude untersucht — die Ergebnisse liegen inzwischen vor, werden jedoch noch unter Verschluss gehalten. Öffentlich gemacht wurde bisher nur, dass die wirtschaftlichste Reaktion auf den Sanierungsstau offenbar ein Umzug der Grundschule zum Stein-Gymnasium wäre (die LN berichteten).

Zunächst war noch ein Umzug der DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) von der Grundschule an die Wagrienschule in Erwägung gezogen worden, wodurch Räume frei geworden wären. Die Idee wurde jetzt aber verworfen, weil die betreffenden Schüler zwar separate Deutschstunden haben, ansonsten aber in die Klassen integriert werden. Das wäre nicht möglich, wenn sie pendeln müssten.

Die SPD brachte dafür erneut die Doppelnutzung der Klassenräume ins Gespräch, die übrigen Fraktionen unterstützten den Vorschlag. Jörg Saba von der Stadtverwaltung erinnerte an die Einwände seitens Schule und OGS, fand aber kein Gehör. Volker Klatt (CDU) wollte die Variante sogar in den Beschlussvorschlag aufnehmen, um „eine Verbindlichkeit rein zu bekommen“, zog den Antrag aber schließlich wieder zurück, nachdem sich unter anderem auch Parteikollege Torsten Becker ablehnend geäußert hatte.

OGS-Leiterin Klaffke zeigt sich in erster Linie „erfreut, dass man sich dem Thema weiterhin widmet“. Eine Doppelnutzung von Klassenräumen sei jedoch „schlichtweg nicht möglich“, wiederholt sie, das Raumkonzept sei ein völlig anderes — „das habe ich schon so oft erklärt“. Es sei aufwendig, jedes Mal umzuräumen, beim Spielen zwischen Tischen sei die Verletzungsgefahr größer, die Atmosphäre nicht schön und der Platz zu gering. „Es ist nicht so, dass wir nicht zu Kompromissen bereit sind“, betont Klaffke, „wir reden hier aber nicht von einer Übergangszeit von einem halben Jahr.“ Es könnten fünf oder auch zehn Jahre vergehen, bis das neue Konzept für die Schulen umgesetzt sei.

Jennifer Binder

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