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Ostholstein Gartenjuwelen — von Eutin aus in die Welt
Lokales Ostholstein Gartenjuwelen — von Eutin aus in die Welt
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09:30 08.03.2016
Julia Hümme vor einer Aufnahme des Ehepaars: Hänse Herms macht sich mit Blumensträußen auf den Weg zum Markt. Quelle: Fotos: Benthien
Eutin

Die Villa in der Plöner Straße 73, in der das Ehepaar Herms über viele Jahre lebte, gibt es noch. Ludwig (1884-1970) und Johanna „Hänse“ (1908-1973) sind alten Eutinern vielleicht noch ein Begriff. Unter dem Titel „Gartenjuwelen — Die Eutiner Staudengärtnerei Herms (1927-1973)“ blättert das Ostholstein-Museum ab Donnerstag ihre Geschichte auf.

Die Villa in der Plöner Straße 73, in der das Ehepaar Herms über viele Jahre lebte, gibt es noch. Ludwig (1884-1970) und Johanna „Hänse“ (1908-1973) sind alten Eutinern vielleicht noch ein Begriff.

Facettenreich sind die Lebensläufe dieser beiden Menschen. Ihre persönlichen Entwicklungen sind verbunden mit bedeutender Eutiner Gartenkultur, mit ökologischem Anbau — lange, bevor man diesen so nannte, mit den beschwerlichen Anfängen der Emanzipation. Ludwig Herms, 14 Jahre älter als seine Frau, war von Haus aus Kunstmaler. Doch die Geschäfte liefen schlecht. „Da dachte er sich wohl, ich steig bei meiner Frau mit ein“, sagt Marion Heine lächelnd. Die Gartenhistorikerin aus Plön befasst sich seit Jahren mit Gartenkulturthemen, ihre Recherchen und Kontakte zur Familie Herms förderten Fotos und Dokumente zutage, sie verfasste die begleitenden Texte zur Ausstellung. Als „Gartenjuwelen — von Holstein in die Welt“ hatte sie bereits 2010 im Botanischen Garten Kiel Einblicke in die international beachtete Arbeit der Eutiner Gärtnerei gegeben.

Während Ludwig also sein Wissen als Autodidakt erwarb, war Hänse Herms die echte Gärtnerin, sogar Gärtnermeisterin, „die erste in Schleswig-Holstein“, erzählt Marion Heine. Der gemeinsame Betrieb, zunächst in Bundhorst bei Ascheberg, habe unter dem Namen ihres Mannes laufen müssen, denn „Gärtnereien waren Männerdomäne“. In Eutin bauten sie später ihre Staudengärtnerei auf, die sie über 40 Jahre führten. „Klein, fein, exquisit, geschätzt von Experten und Kunden“, so die Gartenhistorikerin. Die Staudengärtnerei Herms genoss auch einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildungsbetrieb.

Angehende Gartenbauarchitekten, vor allem -architektinnen wollten bei Hänse Herms, die ihrerseits eine Schülerin des berühmten Potsdamer Gärtners und Autors Karl Foerster (1874-1970) gewesen war, lernen.

Für Herms‘ Ware, die sie seit 1920 im Versandhandel verkauften, habe immer das Motto „Qualität vor Quantität“ gegolten, berichtet Marion Heine. „Sie waren eine der Top-Gärtnereien im norddeutschen Raum, seit 1951 auf jeder Bundesgartenschau und Internationalen Gartenschau vertreten.“ Nach Hänse Herms wurden sogar ein Ziergras und eine Silberkerze benannt.

Gartenkultur verbinde Menschen in der ganzen Welt. „Dass auch Deutschland früh ein Land der Gartenkultur war, darin will diese Schau erinnern“, sagt Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Für Besucher der Landesgartenschau sei es sicher interessant, den gärtnerischen Wurzeln in Ostholstein nachzuspüren. Die erste Ausstellung des Jahres im Museum soll an das erfolgreiche 2015 anknüpfen: Da kamen 13

600 Besucher. ben

Herms-Enkelin reist zur Eröffnung an

Eröffnet wird die Ausstellung „Gartenjuwelen — Die Eutiner Staudengärtnerei Herms (1927-1973)“ am Donnerstag, 10. März, um 18 Uhr im Dachgeschoss des Ostholstein-Museums. Die Enkelin des Ehepaar Herms‘, die in der Schweiz lebende Pflanzenmalerin Katrin Ullmann, wird zu diesem Anlass nach Eutin kommen.

Bis 29. Mai wird die Schau zu sehen sein. Das Museum ist geöffnet dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, am Wochenende zwischen 10 und 17.30 Uhr.

LN

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