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Geburtshilfe: Ungereimtheiten bei Angaben der Sana-Klinik

Oldenburg Geburtshilfe: Ungereimtheiten bei Angaben der Sana-Klinik

Der Klinikbetreiber soll bei seinem Schließungsantrag gegenüber dem Ministerium einen Eindruck erweckt haben, der nicht den Tatsachen entspricht. Staatssekretärin überrascht.

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Mehr als 50 Interessierte kamen auf Einladung der SPD zu der Diskussionsrunde mit Staatssekretärin Anette Langner in das Foyer der Sporthalle.

Oldenburg. Im Schließungsverfahren der Geburtshilfe Oldenburg gibt es eine ganze Reihe von Ungereimtheiten. Das musste auch Gesundheits-Staatssekretärin Anette Langner (SPD) am Dienstagsabend bei ihrem Besuch in Oldenburg einräumen. Sie war auf Einladung der SPD nach Oldenburg gekommen. Das Ministerium sei bislang davon ausgegangen, dass die Situation der Geburtshilfe in Oldenburg vor dem Schließungsantrag durch die Klinik mit Hebammen, örtlichen Ärzten und dem Krankenhauspersonal besprochen worden sei, sagte Langner.

Dass dies nicht geschehen ist, sei ihr neu, gestand Langner. Auch in Bezug auf die Personalsituation — angeblicher Auslöser für die Schließung — sowie das Sicherheitskonzept wurden an dem Abend Ungereimtheiten deutlich. Ebenfalls belegt ist, dass Sana ein fragwürdiges Sicherheitskonzept entwickelt hat, ohne den für den rettungsdienstlichen Teil verantwortlichen Kreis Ostholstein zu beteiligen. Gespräche darüber fanden erst mehr als einen Monat nach Bekanntgabe der Schließung statt.

Mehr als 50 Menschen, vorwiegend Mütter, machten gegenüber der SPD-Staatssekretärin ihrem Unmut über die Schließung Luft. „Ich weiß nicht, warum das hier in so einem rasanten Tempo alles geschehen muss“, sagte Nadine Gilgin, Vorsitzende der Bürgerinitiative zum Erhalt der Geburtshilfe. Zumal ein landesweites Geburtshilfe-Konzept gerade erst entwickelt werde.

In die gleiche Kerbe schlug Gisela Teuchert-Benker, Vorsitzende des Arbeitskreises sozialdemokratischer Frauen. „Es ist ja schön, dass die Sana Ihnen alles nachvollziehbar vorgetragen hat. Für eine so weitreichende Entscheidung ist das als Grundlage aber einfach zu dünn“, sagte Teuchert-Benker. Unverständnis herrschte, dass das Ministerium „den privaten Klinikbetreibern blauäugig geglaubt“ habe. Gleichzeitig bezeichneten Teilnehmer das sogenannte Sicherheitskonzept als „lebensgefährlich“.

Staatssekretärin Langner nahm die Kritik zur Kenntnis. „Uns ist anderes von Sana berichtet worden. Ich nehme heute zum ersten Mal zur Kenntnis, dass mit Ihnen nicht gesprochen worden ist.“ Ziel müsse nun sein, dass nicht auch noch das Hebammenkonzept im Norden Ostholsteins wegbreche. Doch genau das werde nach Angaben der Hebammen im Norden geschehen. Die Folge wären immer mehr Kaiserschnitte.

Entscheidend für die Schließung ist nach Langners Angaben die Personalsituation an der Klinik gewesen. „Wenn der Klinikbetreiber mir mitteilt, dass er das erforderliche Personal nicht mehr hat, muss ich handeln. Die derzeitige Situation ist, dass wir das Fachpersonal in Oldenburg nicht haben.“ Bei einem früheren öffentlichen Gespräch hatte Klinkchef Dr. Stephan Puke allerdings gestanden, gar nicht nach Personal gesucht zu haben. Den für die Begründung entscheidenden, angeblichen Fachkräftemangel habe man lediglich aus Erfahrungswerten für die Zukunft hergeleitet.

Die Teilnehmer forderten von Langner, die Schließung vorerst zu stoppen und auf das landesweite Geburtshilfekonzept zu warten. Laut Langner wird der Entwurf dafür nicht auf breiter Basis entwickelt. Vielmehr lasse sich das Land das Konzept von den Krankenkassen und Klinikbetreibern schreiben. Die Kritik der Anwesenden, dass das Konzept damit genau von denjenigen entwickelt werde, die wirtschaftliche Interessen hätten, wies Langner zurück. Der Vorgang sei das „ganz normale parlamentarische Verfahren“, sagte sie.

Eine Beteiligung der Hebammen erfolge im weiteren Verlauf. In Bezug auf die Geburtshilfe, so Langner, müssten „zumindest die schlimmsten Krücken im Sicherheitskonzept“ noch abgestellt werden. Die Schließung soll zum 1. August erfolgen.

Versäumnisse
Lars Winter, SPD-Landtagsabgeordneter und SPD-Kreisvorsitzender, hat persönliche Versäumnisse im Umgang mit der Schließung der Oldenburger Geburtshilfe eingestanden. „Vielleicht habe ich die Problematik als Mann nicht so gesehen wie Sie“, sagte Winter.
Sein Ziel sei nun, den Klinikbetreiber zu bitten, die Geburtshilfe über 1. August 2014 hinaus weiterhin aufrecht zu erhalten.

Holger Marohn

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