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Ostholstein Geburtsstation in Oldenburger Klinik droht das Aus
Lokales Ostholstein Geburtsstation in Oldenburger Klinik droht das Aus
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20:15 04.11.2013
Oldenburg

Werdende Mütter aus dem Nordkreis müssen zur Entbindung künftig möglicherweise nach Eutin oder Lübeck fahren. Der Grund: Die Geburtsstation in der Oldenburger Sana-Klinik steht vor dem Aus, weil schon bald keine Hebammen mehr da sein könnten. Schon jetzt werden in der Oldenburger Klinik immer weniger Kinder geboren. Nach Angaben der Klinik zu wenig, um eine Entbindungsstation wirtschaftlich zu betreiben. Hauptproblem bei den Oldenburger Hebammen: Sie müssen fast ein Drittel ihrer Einnahmen aus der Geburtshilfe allein für die erforderliche Haftpflichtversicherung aufwenden. Die Hebammen bitten nun um einen Zuschuss von den Kommunen über die Hälfte der Versicherungsbeiträge — insgesamt geht‘s um 15 000 Euro.

„Wenn ich von den 280 Euro, die ich von der Krankenkasse für eine Entbindung einschließlich Vor- und Nachbetreuung bekomme, meine Kosten abziehe, habe ich bis September praktisch nur für die Versicherungsprämie gearbeitet“, sagt Hebamme Nina Lühr. Und während die jährlichen Prämien von derzeit gut 4200 Euro im kommenden Jahr unabhängig von der Zahl der betreuten Geburten auf über 5000 Euro steigen sollen, gehen die Geburtenzahlen im Norden Ostholsteins stetig zurück. Waren es im Vorjahr gerade einmal 214, werden für das laufenden Jahr etwa 180 erwartet.

Zum Vergleich: Der Haftpflichtbeitrag für eine reine Geburtsvorbereitung (Sprechstunde, Hausbesuche, Schwangerschaftstraining) liegt bei etwa 400 Euro im Jahr. Erschwerend kommt für Oldenburg hinzu, dass es schon jetzt noch gerade einmal drei sogenannte Beleghebammen an der Oldenburger Sana-Klinik gibt. Diese haben im vergangenen Jahr nicht nur die 214 Entbindungen betreut, sondern müssen sich auch die tägliche Rufbereitschaft teilen. „Das bedeutet, dass wir an zehn Tagen im Monate nur sehr eingeschränkt anderweitig arbeiten können, weil wir immer innerhalb von 20 Minuten in der Klinik sein müssen“, sagt Lühr. Und dies sei allein schon aus finanzieller Sicht notwendig. Denn für 280 Euro nicht nur die eigentliche Entbindung, sondern auch die unter Umständen zehnstündige Vorbereitung und dreistündige Nachbereitung zu leisten, sei bei dem vollen wirtschaftlichen Risiko als selbstständige Hebamme für den Lebensunterhalt zu wenig.

Deutlich anders ist die Geburtenzahl und Ausstattung mit Hebammen in Eutin. Derzeit 14 Hebammen haben dort im vergangenen Jahr fast die fünffache Zahl der Geburten wie in Oldenburg betreut. Aufgrund der hohen Anzahl der Hebammen ist die Arbeitsbelastung durch die Rufbereitschaften entsprechend gering. Sollten die Hebammen im Nordkreis die Rufbereitschaft oder Geburtshilfe nicht mehr leisten können, müsste die entsprechende Station der Sana- Klinik von einem Tag auf den anderen dicht gemacht werden.

Im Oldenburger Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten geht es heute (19 Uhr, Mensa der Wagrienschule) um eine mögliche Beteiligung der Stadt Oldenburg an dem Unterstützungsfonds. Während die Gemeinden des Amtes Oldenburg-Land und die Gemeinde Lensahn eine Unterstützung zumindest bereits in Aussicht gestellt haben, wollen sich Neustadt und Fehmarn definitiv, Heiligenhafen wahrscheinlich nicht beteiligen.

„Wir haben zehn Tage im Monat Bereitschaft.“
Nina Lühr, Hebamme

Holger Marohn

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