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Ostholstein Geflügelhalter und Händler zwischen Sorge und Gelassenheit
Lokales Ostholstein Geflügelhalter und Händler zwischen Sorge und Gelassenheit
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18:00 13.11.2016
Geflügelhändler Sven Bössow verkauft seine Ware auch derzeit sehr gut. Die Kunden können sich über seine Produkte informieren. Quelle: Fotos:bz, Jhw, Latz

Die Vogelgrippe hat sich inzwischen weiter ausgeweitet, dabei geht es in den meisten Fällen um tote Wildvögel. In Schleswig-Holstein sind bereits fünf Kreise betroffen. Erstmals seit Ausbruch ist ein Geflügelbetrieb von dem gefährlichen Erreger heimgesucht worden. 18 Puten in Lübeck-Ivendorf verendeten am ansteckenden Erreger H5N8. Auf den Höfen in Ostholstein hoffen die Besitzer, dass ein Übergreifen ausbleibt. Händler bleiben gelassen.

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Das Federvieh wie die vom Aussterben bedrohten Pommerngänse vom Hof Steindamm sind es gewohnt, sich draußen frei zu bewegen.

„Wir können nur hoffen, dass es uns nicht trifft.“ Halterin Andrea Weber

Sven Bössow verkauft in dritter Generation Geflügel von Betrieben aus Itzehoe und Bad Bramstedt auf Märkten unter anderem in Eutin. Er muss sich seit dem ersten größeren Vogelgrippe-Fall 2010 mit dem Virus beschäftigen. „Ich bin nicht glücklich über die Situation“, sagt der Händler. Doch die Verbraucher können damit gut umgehen. „Es wird vernünftig aufgeklärt“, lobt Bössow. Das sei hilfreich für die Menschen, die Geflügel gerne essen und kaufen. Dass die Kunden wegbleiben, kann er nicht feststellen. Es gibt auch keinen Grund. „Das Virus ist auf den Menschen nicht übertragbar“, erklärt er.

Falls sich die Geflügelpest weiter ausbreiten sollte, rücke der wirtschaftliche Schaden bei ihm und den Betrieben, bei denen im Fall eines Ausbruchs alle Tiere geschlachtet werden müssen und die schlimmstenfalls auch nichts mehr ausliefern dürfen, eher in den Vordergrund. „Aber davon sind wir noch weit entfernt“, sagt Bössow.

Mehr Sorgen machen sich die Halter. „Wir können nur hoffen, dass es uns nicht trifft“, sagt Andrea Weber, Mitbesitzerin der Nutztier-Arche Hof Steindamm in Ahrensbök.

Laut Verordnung muss ihre unter anderem auch vom Aussterben bedrohte „bunte Heerschar“, die sich die meiste Zeit draußen aufhält, eingestallt werden. Doch weil es auf dem Hof nur Schlafställe und keine Bewegungsställe gibt, würde ein Einsperren „auf Tierquälerei hinauslaufen“, so Weber. Sie versucht nun, für ihre unter anderem Pommernenten und -gänse sowie die Hühnerrasse Deutsche Sperber eine Ausnahmeregelung zu bekommen.

Auch Halterin Bärbel Lorenzen auf dem Ziegenhof im Wiesengrund in Malkwitz hat Angst um den finanziellen Schaden – größere Sorgen bereitet ihr derzeit jedoch, alle 30 Hühner, 30 Enten und 15 Gänse in Ställen unterzubringen. „Wir sind ins Schwimmen gekommen. Das ist ein logistisches Problem“, sagt Lorenzen. Die Hühner, die es gewohnt seien, draußen zu kratzen, wurden in den Kuhstall gesperrt, die Gänse sind nun da, wo eigentlich die Ziegen ihre Schlafstätte haben. Deshalb muss nun ein weiterer Stall gebaut werden. Dafür braucht Lorenzen unbedingt helfende Hände. „Wir schaffen es nicht alleine“, klagt sie.

 bz/jhw

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