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Ostholstein Gegen Kinderlähmung: Ostholstein sammelt Deckel
Lokales Ostholstein Gegen Kinderlähmung: Ostholstein sammelt Deckel
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12:27 14.04.2016
Auch am Stein-Gymnasium wird gesammelt: Johanna Petersen (17), Laura Bumann (16) und Käthe Guddas (16) zeigen, wie’s geht. Quelle: jen

 Mittlerweile unterstützen diverse Einrichtungen in Oldenburg das Projekt; der Rotary Club will jetzt auch die Nachbarkommunen motivieren.

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Verschlüsse von Plastikflaschen werden recycelt, um Impfungen zu finanzieren.

Unter dem Motto „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ recycelt der Verein „Deckel drauf“ Schraubverschlüsse von PET-Flaschen, um weltweit Impfungen gegen die Krankheit zu finanzieren.

Initiiert hat die Aktion der Chef der Abfallwirtschaft Südholstein, Dennis Kissel aus Mölln, mit Hilfe der dortigen Rotarier.

„Eine super Idee“, sagt Gerichts-Direktor Welzel begeistert. Jeder könne ganz leicht helfen — ohne Aufwand und ohne eigene Kosten. Denn Pfandflaschen können auch ohne Deckel zurückgegeben werden. Das Einzige, was im Norden Ostholsteins noch gefehlt habe, seien die Sammelstellen gewesen: „Hier war so etwas wie ein Niemandsland“, erinnert sich Welzel, „also haben wir einfach mal den Anfang gemacht.“

Mittlerweile wird auch an diversen anderen Orten in der Stadt gesammelt — zum Beispiel im Rathaus, beim Finanzamt, bei Famila und in der LN-Geschäftsstelle. Auch der Ferienpark Weissenhäuser Strand in der Nachbargemeinde Wangels und „Getränke Hoffmann“ in Heiligenhafen sind dabei. Der Zuspruch sei „erfreulicherweise ziemlich groß“, zieht André Bigott, Rektor des Oldenburger Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, eine erste Bilanz. Auch dort wird schon fleißig gesammelt — von Lehrern und Schülern gleichermaßen. Die Aktion sei „eine wirklich tolle Sache“, betont auch Bigott, „da kann man sozusagen im Vorbeigehen Gutes tun — ohne dass man es auch nur richtig merkt“.

„Das Ganze kann zu einem Selbstläufer werden — es muss nur in den Köpfen der Menschen verankert werden“, stimmt Klaus Kasper vom Oldenburger Rotary Club zu. Eine eigens gegründete Arbeitsgruppe um Sophus Theophile will die Aktion nun im Norden Ostholsteins noch stärker bekannt machen. Zurzeit würden Gespräche geführt, um weitere Einrichtungen als Sammelstellen zu gewinnen. Ein zentrales Übergangslager wurde bei den Kommunalen Diensten Oldenburg (KDO) eingerichtet; die Rotarier tragen dafür Sorge, dass die Deckel von den verschiedenen Anlaufstellen regelmäßig dorthin gebracht und letztendlich recycelt werden.

„Unser Ziel ist es, dass Kinder auf der ganzen Welt gesund aufwachsen können“, sagt Kasper. Wie weitere Hilfs- und Wohltätigkeitsorganisationen haben sich die Rotarier den Kampf gegen Polio auf die Fahnen geschrieben. „Jeder kann ganz einfach seinen Teil dazu beitragen“, wirbt Kasper um Unterstützung für die Aktion. Marcel Welzel sieht das Projekt im Kreis auf einem guten Weg: „Da kommt jetzt Dynamik rein.“

Gemeinsamer Kampf gegen Polio

500 Deckel — oder anders: ein Kilo Kunststoff — finanzieren eine Impfung gegen Kinderlähmung. In ganz Deutschland wird mittlerweile im Rahmen der Aktion gesammelt. Die Erlöse aus dem Verkauf der Deckel kommen dem Rotary-Projekt „End Polio now“ zugute. Das Ziel ist es, die Krankheit endgültig zu besiegen.

2014 hat Dennis Kissel aus Mölln den Verein „Deckel drauf“ ins Leben gerufen. Seit dem Start der Aktion kamen bundesweit mehr als zehn Tonnen an Deckeln zusammen.

• Weitere Infos gibt es im Internet unter www.deckel-gegen-polio.de.

Von Jennifer Binder

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