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Ostholstein Geläut mit Autofelge und Kochlöffel
Lokales Ostholstein Geläut mit Autofelge und Kochlöffel
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12:08 01.03.2016
Einweihung des neues „Geläuts“: Pastorin Barbara Häußler (mit Kochlöffel) und Janina Schäfer (rechts) vor dem Gestell mit Felge, hinten Pastor Bertolt Kark-Carlson mit Ehefrau Kathrin Kark. Quelle: privat

Im Kirchenkreis ist diese Lösung bislang einmalig.

„Das ist eine gelungene Überraschung für die Kirchengemeinde Landkirchen“, meinten Pastor Bertolt Kark-Carlson und Ehefrau Kathrin Kark, zuständig für die Musik im Mittleren Kirchspiel auf Fehmarn.

Denn unverhofft brachten Pastorin Barbara Häußler, Janina Schäfer und Küster Hans-Jürgen Stoelck von der benachbarten Kirchengemeinde Burg ein Holzgestell nach Landkirchen, an dem eine alte Autofelge hängt. Es steht nun vor dem Eingang der St.-Petri- Kirche — und sorgt tatsächlich für ein passendes Geläut.

Das Ganze ist eine Leihgabe, die Pastorin Häußler, Janina Schäfer und andere Helferinnen zuvor bei der Kinderkirche im Burger Gemeindehaus gemeinsam mit etlichen Mädchen und zusammengebaut und mit der Felge versehen haben. Jedes Kind, das dabei mitgewirkt hat, wurde mit einer bunten Schleife und seinem Namen darauf bedacht — und diese Schleifen wurden am Gestell festgebunden.

Ungewöhnlich ist das Ganze aber nur für hiesige Gotteshäuser. Denn die Idee für dieses „Geläut“ brachte Pastorin Häußler vor einigen Monaten von ihrer Reise nach Tansania mit, an der sie mit anderen Vertretern des Kirchenkreises im Rahmen der Partnerschaftsarbeit teilgenommen hatte. Dort ist es üblich, mit Hilfe einer Felge, gegen die mit einem Stock geschlagen wird, die Kirchengemeinde zum Gottesdienst zu rufen.

Und schon reifte ein origineller Plan für Fehmarn. Denn da in Landkirchen zur Zeit der marode Glockenturm aufwändig saniert wird, fehlt dort bereits seit Mitte Dezember das Geläut. Pastor Kark-Carlson nahm das Angebot aus Burg dankbar entgegen und sagte: „Es ist eine originelle Idee. Unsere Konfirmanden werden ihren Spaß daran haben, die neue ,Glocke‘ zum Klingen zu bringen.“

Es gab sogar noch eine Zugabe — und auch die ist äußerst ungewöhnlich. Denn als Schlagwerkzeug übergab Pastorin Häußler einen hölzernen Kochlöffel. Zuvor hatte sie eindrucksvoll demonstriert, wie das Geläut damit wirkungsvoll zu betätigen ist.

In der Kirchengemeinde Landkirchen ist man hellauf begeistert. Natürlich auch vom Baufortschritt an dem Glockenturm. Der relativ milde Winter sorgt dafür, dass alles im Zeitplan bleibt. Es gibt nämlich eine klare Zielperspektive: Zum diesjährigen Sommerfest am 10 Juli soll der neue, bis dahin für rund 400 000 Euro total sanierte Glockenturm neben der St.-Petri.-Kirche offiziell eingeweiht werden.

Zur Zeit hätte Verpackungskünstler Christo übrigens an dem Sanierungsobjekt seine helle Freude. Es ist rundherum eingepackt, vor allem damit der Frost dem Innenleben — aber auch den Bauarbeitern — nicht unnötig zusetzt.

Gestern Nachmittag übrigens wurde die Kugel mit dem Wetterhahn heruntergenommen. Er soll, so Reinhard Wulf vom „Turm- Team Landkirchen“, vorübergehend eingelagert werden, damit er nicht unter den Sanierungsarbeiten leidet.

Daten und Fakten

1638 lautet die bisherige Datierung für den 24 Meter hohen Glockenturm. Er könnte wesentlich älter sein, so das Landesamt für Denkmalpflege.

Experten am Hamburger Institut für Holztechnologie und Holzbiografie überprüfen jetzt die Jahresringzählung.

1785 wurde die zuletzt sichtbare Außenwandfläche mit Brettern einer Eiche aus Grube verkleidet.

1494 ist die älteste der vier Glocken entstanden. 1230 war die Grundsteinlegung der St. Petri-Kirche.

Gerd-J. Schwennsen

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