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Ostholstein Geldautomat in Pönitz gesprengt
Lokales Ostholstein Geldautomat in Pönitz gesprengt
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12:45 03.06.2016
Die Detonation hat die Eingangshalle zerstört. Sachverständige sollen den genauen Schaden ermitteln. Quelle: jhw
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Pönitz

Ob beim Bäcker, im Getränkeshop oder auf der Straße, beherrschendes Thema in Pönitz war gestern die Sprengung des Geldautomaten der Volksbank. Immer wieder fuhren Neugierige in ihren Autos an dem massiv beschädigten Gebäude an der Bahnhofstraße vorbei. Selbst Kollegen der Sparkasse – unschwer an ihren Namensschildern zu erkennen – drehten schnell eine Runde und guckten. Nach dem Überfall auf ihr Kreditinstitut im vergangenen November waren sie dieses Mal verschont geblieben.

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Unbekannte erbeuten Geldkassetten und flüchten. Das LKA ermittelt. Zeugen dringend gesucht.

Es muss ein gigantischer Knall gewesen sein, den die Sprengung der Täter verursachte. Der Eingangsbereich, in dem der Geldautomat stand, ist zerstört. Dass er Türen hatte, ist nicht mehr zu erkennen. Die Straße ist übersät mit Glassplittern. Selbst auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig finden sich Scherben. Die Deckenverkleidung der kleinen Halle hängt in Fetzen herunter, der Raum ist ruiniert.

Laut Landeskriminalamt (LKA) muss der Anschlag gegen 3 Uhr erfolgt sein. Ein Anwohner habe die Tat etwas später auf dem Weg zur Arbeit entdeckt und die Polizei alarmiert. Gegen 3.43 Uhr rückten auch die Scharbeutzer Feuerwehren aus Pönitz, Gleschendorf und Schulendorf aus, ebenso ein Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe aus Eutin. Es war ein Zimmerbrand an der Bahnhofstraße gemeldet worden.

Als die Retter dort eintrafen, entdeckten sie das Ausmaß der Tat. „Unter Atemschutz gingen zwei Trupps der Feuerwehr mit Wärmebildkamera vor, um nach möglichen Verletzten zu suchen“, so der Scharbeutzer Gemeindewehrführer Patrick Bönig. Doch Menschen kamen nicht zu Schaden. Das Gebäude wurde professionell belüftet, der Tatort für die Polizei ausgeleuchtet. Die 35 Einsatzkräfte konnten gegen 6 Uhr wieder abrücken.

Wenig später schlug die Stunde der Spurensicherung. Akribisch wurden die Trümmer durch die beiden LKA-Mitarbeiter bis zum Nachmittag gesichtet, gesammelt und dokumentiert. Zuvor war der Tatort mit Flatterband weiträumig abgesperrt worden. Zum genauen Tathergang machte das LKA keine Angaben. Auch könne man noch nicht sagen, ob die Täter, die die Geldkassetten mitnahmen, ein Gasgemisch zur Sprengung verwendeten. So war es im Februar bei der spektakulären Automatensprengung vor Karls Erdbeerhof in Warnsdorf gewesen. „Wir werden uns das in Ruhe begucken, zum Abgleich mit anderen Fällen fehlte bis jetzt die Zeit“, sagte eine LKA-Sprecherin gestern Mittag. Der Gebäudeschaden soll laut LKA im fünfstelligen Bereich liegen.

Dazu wollte sich Hans-Wilhelm Hagen vom Vorstand der Volksbank noch nicht äußern. Er war am frühen Morgen durch die Alarmkette der Bank über den Vorfall informiert worden. Die Volksbank selbst war bereits vor Kurzem ausgezogen, es blieben Geld- und Überweisungsautomaten. „Unsere Kunden können in unseren Filialen Ahrensbök, Scharbeutz und Eutin Geld abheben“, so Hagen. Sollten Kosten bei anderen Kreditinstituten entstehen, würden die Gebühren durch die Volksbank erstattet.

Das LKA bittet etwaige Zeugen, sich unter 0431/16061111 zu melden.
(Foto, beim packen), Leiter des Vereins für Regionalgeschichte der Gemeinde Scharbeutz und des Regionalmuseums, erfuhr durch einen LN-Anruf vom Anschlag. „Ach du liebe Zeit, das ist ja schrecklich. Furchtbar!“ Jungk und die Macher des Regionalmuseums hatten gehofft, mit der Museumswerkstatt im Juli in die leerstehenden Räume der Volksbank ziehen zu können. Das Museums-Depot auf dem Dachboden der Schule musste geräumt werden, die Schule braucht den Platz selbst.

Ob, und wenn ja wann, das Bankgebäude zu nutzen sein wird, dazu konnten gestern weder die Volksbank noch die Gemeinde Scharbeutz Angaben machen. „Jegliche Nutzung scheint angesichts des Schadens zunächst ausgeschlossen“, hieß es aus der Verwaltung.

 Martina Janke-Hansen

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