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Ostholstein Gemeinde Scharbeutz sucht Baumfrevler
Lokales Ostholstein Gemeinde Scharbeutz sucht Baumfrevler
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20:10 22.06.2016
So sahen insgesamt elf Obstbäume aus, die von Unbekannten einfach gekappt wurden. Quelle: hfr
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Scharbeutz

Bäume haben es nicht leicht in der Gemeinde Scharbeutz. Erst an der Promenade in Haffkrug, dann am Kammerwald und nun auf der Streuobstwiese am Wennsee in Scharbeutz: In allen Fällen wurden mutwillig und illegal Kronen gekürzt.

Die Gemeinde Scharbeutz hat im aktuellen Fall, der sich bereits Ende März/Anfang April ereignete, bei der Polizei Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet und Strafantrag gestellt. Zudem setzt sie eine Belohnung von 3000 Euro aus und hofft damit, auf die Spur der Baumfrevler zu kommen.

Als Bianca Pöhls die gekappten Obstbäume sah, war sie wütend und empört zugleich. Die Mitarbeiterin in der Umweltabteilung der Gemeinde war 2003 bei den Planungen dieser Streuobstwiese dabei und hat jede einzelne Baumart mit ausgesucht. „Fachleute bestätigen uns immer wieder, dass wir eine der schönsten Streuobstwiesen in ganz Schleswig-Holstein haben“, berichtet sie.

Schon bei den Planungen sei Rücksicht auf die Wennsee-Anlieger genommen worden. So wurden im hinteren Teil des Geländes nur kleinwüchsige Bäume gepflanzt. „Durch den Wuchs dieser Halbstämme sollte der freie Blick auf den See gewährleistet werden“, so Pöhls. Dessen ungeachtet wurden Ende März/Anfang April von bislang Unbekannten massive Kronenrückschnitte von einem bis zwei Meter an elf Obstbäumen vorgenommen.

Dies geschah unterhalb des Aussichtspunktes „Wennseeblick“ im rückwärtigen Bereich einiger Grundstücke des Falkenweges, berichtete Pöhls. Die Bäume seien durch diese illegale Maßnahme so nachhaltig geschädigt worden, dass sie zum Teil ausgewechselt werden mussten. Der Gemeinde sei auch ein erheblicher materieller Schaden entstanden.

Anfang 2003 wurden auf zwei Hektar einer ehemaligen Viehweide 116 alte Obstsorten – Pflaumen, Birnen und Äpfel – von der Gemeinde Scharbeutz gepflanzt. Pöhls: „Diese Streuobstwiese ist nicht nur eine Bereicherung des Landschaftsbildes, sondern hat sich auch zu einem hochwertigen Lebensraum für Insekten, Fledermäuse, Vögel und Kleinsäuger entwickelt. Durch die freie Zugänglichkeit und die Verbindung zum Aussichtspunkt ,Wennseeblick’ haben Spaziergänger, Schulklassen und Kindertagesstätten einen interessanten Einblick in eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.“

Bereits im Frühjahr 2009, 2010, 2012 und 2013 wurden stets die gleichen Bäume maßgeblich geschädigt oder zerstört. Sie mussten zum Teil ersetzt werden.

Die Gemeindeverwaltung Scharbeutz hofft nun auf mögliche Zeugen. Eventuell haben ja Spaziergänger oder Jogger diese illegale Schnittmaßnahme vor wenigen Wochen beobachtet. „So wie die Bäume jetzt aussehen, war das nicht mit zwei oder drei Schnitten getan. Das muss schon längere Zeit gedauert haben“, vermutet Pöhls.

Mögliche Zeugen werden gebeten, sich mit Hinweisen bei der Polizeistation Scharbeutz, Telefon 04503/357 20, oder bei der Gemeinde Scharbeutz, Telefon 04503/7709-604, zu melden.

Christina Düvell-Veen

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